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[Fünfter Band. H - K.]
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Hart e.

Schwefel verbunden im Schwefelkies so hart wird, dafs letzte-rer zum Feuerschlagen mit Stahl geeignet ist.

Ein mit der Härte der verschiedenen Körper nahe verwand-tes Phänomen wurde vor einigen Jahren zufällig entdeckt undirt seitdem vielfältig besprochen. Man setzt nämlich mit Grundevoraus, dafs der härtere Körper den weicheren schneidet, ritztoder zerstört, wie dieses auch in der Regel der Fall ist. AlsAusnahme von dieser Regel sind einige früher bekannte That-sachen zu betrachten, dals nämlich beim Schleifen scheinbarweichere Körper von den härteren allmälig Partikelchen weg-reifsen, wie z. B. in den Cylinderuhren die weicheren Zähnedes Rades in den stark gehärteten Cylinder einschneiden unddas Leder eines Streichriemens Stahlpartikelchen von den Ra-sirmessern abzureifsen pflegt. Allein dieses geschieht nur dann,wenn von den Schleif - und Polir- Mitteln kleine Theilchenzurückgeblieben sind oder die Staub - Partikelchen dergleichendarbieten, welche wegen gröl'serer Zähigkeit und Weichheitsich in die minder harten Körper eindrücken , dort zurückge-halten werden , hierdurch als Schleifmittel dienen , neue Theil-chen losreilsen, und durch diese dann vermehrt die härterenKörper angreiten. Hiernach also kann den weicheren Theilennicht selbst und unmittelbar die Fähigkeit des Einschneidens inhärtere beigelegt werden. Dennoch aber ist ein solches aller-dings unter geeigneten Bedingungen sehr wohl möglich. Rahnesund Pekkins nämlich wollten eine schnell um ihre Axe lau-lende Scheibe von weichem Eisen mit einer Feile etwas kleinermachen, und fanden zur ihrer^grofsen Verwunderung, dafs dieScheibe ganz unversehrt blieb, die Feile dagegen angegriffenwurde. Es ergab sich bald, dafs die nächste Ursache hiervonin der schnellen Bewegung der Scheibe zu suchen sey, und alssie diese noch vermehrten , wurde die Feile unter Funkensprii-hen gänzlich durchschnitten, die Scheibe aber nicht kleiner undblors an ihrem Rande bedeutend harter L Die Sache machteAufsehen, und wurde zuerst daraus erklärt, dafs die schnelleBewegung der Scheibe den Stahl der Feile sehr heifs mache,während sie selbst bei dem steten Wechsel neuer Berührungs-puncte kalt bleibe, und auf diese Weise selbst härter als diesehr erhitzte Stelle der Feile diese zu schneiden in den Stand

1 Journal of Science cet. XVI. 155.