Band 
[Fünfter Band. H - K.]
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Heizung.

statischen Gesetzen fallt eine Säule irgend einer Flüssigkeitden Quadratwurzeln aus ihrer Höhe proportional, und wenndaher als Zeiteinheit eine Sexagesimalsecunde angenommen, derlothrechte Fallraum in derselben g, die Höhe der herabfallen-den Säule aber h genannt wird, so ist die Fallgeschwindigkeitin Paris . Fuls in einer Secunde 1

S:=r4gh......(l) ,

Die Luftsäule fällt oder steigt aber nicht mit ihrem ganzen Ge-wichte, sondern blofs mit ihrem relativen, und die gegebeneFormel mufs daher mit dem hieraus erhaltenen Factor multipli-cirt werden. Heifst daher in Graden des hunderttheiligen Ther-mometers die Temperatur der Luft, in welcher die gegebeneLuftsäule herabfallen soll = t, ihre eigene Temperatur = t’der Unterschied t —-t* = t” , so ist diesemnach ihre Fall-Ge-schwindigkeit in einer Secunde == t' 'r4 S h» Ist dann t’ kleinerals t, mithin die betrachtete Luftsäule schwerer, so wird dieGeschwindigkeit ihres Falles unmittelbar gegeben. Ist umge-kehrt t' grötser als t, oder ist die gegebene Luftsäule die wär-mere , so wird das Resultat der Formel gleich grofs, aber nega-tiv, d. h. die wärmere Luftsäule wird mit der nämlichen Ge-schwindigkeit aufsteigen, mit welcher die kältere herabsinkt.Das gröfsere oder geringere Gewicht der Luftsäule (ihr relativesGewicht, womit sie herabsinkt oder aufsteigt) wird aber nichtdurch die Temperatur unmittelbar gegeben, sondern durch dieZusammenziehung oder Ausdehnung, welche sie durch dieselbeerleidet, und da diese Gröfse eine durch Erfahrung genau be-stimmte ist, so ergiebt dieses von selbst den erforderlichen Fa-ctor = 0,00375 für 1° C. und es ist also

c = 0,00375 t" f4gh.(2)

So wie aber endlich ein oufsteigender Wasserstrahl, z. B. beieiner Fontaine, nicht die volle Flöhe erreicht, welche er denGesetzen nach erreichen müfste, weil bei seiner Bewegung einvielfacher Widerstand zu überwinden ist, so wird auch dieLuftsäule nicht die ganze aus der Formel folgende Geschwindig-keit erhalten, weil sie hieran durch die Trägheit der Masse, denGegendruck der aus der Stelle zu treibenden Luft, die Ad-häsion an den Wänden der Canäle u. s. w. gehindert wird.

1 Diese allgemein bekannte Formel bedarf keines Beweises.Vergl. Fall. Th. XV. 8. 6.