Heliotrop. 247
es bei sehr genauen Bestimmungen wünscht, der Beobachtungdarbieten, ist bekannt.
Die Unsicherheit, die man empfindet, wenn man Thürmeund ähnliche Gegenstände als Zielpuncte anwenden will, wirdnoch dadurch vermehrt, dafs ungleiche Beleuchtung bald die ei-ne, bald die andere Seite lebhafter zeigt, und also der Punct,den man für ihre Mitte hält, oder den man als ihre Grenze zuerkennen glaubt, nicht immer einer und derselbe ist. Ueber-diefs müssen ja diese Puncte von mehrern Orten aus beobachtetwerden , und man wünscht wieder von dem Puncte aus zu be-obachten, welcher Zielpunct der andern Beobachtung gewesenist. Blickfeuer, die bei nicht erheblichem Durchmesser glänzendgenug sind, um in weiter Ferne gesehen zu werden, bieten al-lerdings bessere Winkelpuncte für die abzumessenden Dreieckedar; aber sie sind immer auf kurze Zeitinomente beschränkt,sie sind kostbar, und ihre Beobachtung kann durch Zulall ver-eitelt -werden, so dafs auch sie nicht immer den Wünschen desGeodäten Genüge thun. Diese, auch bei der Gradmessung imKönigreich Hannover fühlbar werdende Schwierigkeit brachteGauss auf den Gedanken, das Sonnenlicht selbst statt der Blick-feuer zu benutzen. Es ist eine bekannte Bemerkung, dafs manden Widerschein der Sonne von spiegelnden Dachbelegungenoder von Fensterscheiben, selbst in grofserEntfernung noch mitlebhaftem Lichte sieht, und wenn man hieran die Bemerkungknüpft, dafs das Sonnenlicht, wenn es gleich bei der Zuriick-werfung vom Spiegel eine sehr bedeutende Schwächung erlei-det, doch immer noch eine Intensität besitzt, die alle künstlichenErleuchtungsmittel bei weitem übertrifit, so bedurfte es geradekeines mühsamen Beweises , dafs man das zurückgoworfene Son-nenlicht wohl als Signal gebrauchen könnte. Aber es fehlte uns aneinem Instrumente, welches geeignet war, von dem Puncte aus,den man zu bestimmen wünschte, nach dem Puncte hin, woder Beobachter sich mit seinem Winkelmesser befand, denLichtstrahl eines Spiegels hin zu werfen, und dieses ist es, wasdurch den Heliotropen erreicht w’ird.
Die Theorie dieses Instruments ist höchst einfach. Wennzwei Spiegel-Ebenen ef und cd auf einander senkrecht befestigtsind, so dafs fhc, fh d rechte Winkel sind, so stelle man dasFig.Fernrohr ab so auf, dafs man den Punct i, welchem man den^'Sonnenstrahl zuwerfen will, in der Mitte des Fernrohres sieht,