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Hof.
wo die Sonne aufgehen sollte, sich lichte Streifen über den Ho-rizont erheben, die, wenn die Sonne die dem Zenith nähernTheile derjenigen Schicht, wo das Phänomen entstand, zubeleuchten anfing, sich oben immer mehr zu einem vollen Halb-kreise rundeten. Bei Sonnenaufgang war der halbe Hof voll-ständig und die zwei in ihm stehenden Nebensonnen ginnen zu-gleich mit der Sonne auf und begleiteten sie den ganzen Tag 1 .
Dieses alles spricht für die Mitwirkung der Eispartikeln,und es entstände nun die Frage, welche Gestalt wir ihnen beile-gen dürfen. Dafs sie wie feine Nadeln erscheinen , habe ichschon erwähnt, und es ist ja auch bekannt, dafs der Schnee sichaus solchen Nadeln zusammensetzt. Diese Nadeln haben höchstwahrscheinlich in ihrer einfachsten Bildung die Gestalt einesgleichseitig dreiseitigen oder gleichseitig sechseckigen Prisma’s,und gewifs ist, dafs wenn sich diese Schneekrystalle an einan-der setzen, als vereinigte Schneekrystalle ein Ganzes bilden,dieses immer unter Winkeln von 60 Graden geschieht, worausja die mannigfaltigen, aber durchaus diese sechseckige Formdarstellenden Schneesternchen entstehen. Man könnte also nuntheoretisch die Frage verfolgen, welche optische Erscheinungenmüssen sich uns in solchen Eiskrystallen, die vermuthlich py~ramidalisch zugespitzt sind, zeigen? — Doch wir wollen unshier lieber an die Erscheinung der Höfe halten , und zu jedemeinzelnen Stücke des Phänomens die Erklärung suchen.
1. Die durch die Sonne gehenden wei-fsen Kreise.
Unter den bei diesen Phänomenen sich zeigenden, durch dieSonne gehenden Kreisen will ich den zuerst betrachten, wel-cher in verticaler Richtung durch die Sonne geht. Man siehtzuweilen, ohne dafs sich andere Ringe, Kreise oder Neben-sonnen zeigen , am häufigsten bei aufgehender oder untergehen-der Sonne einen verticalen Lichtstreifen, der, wenn die Sonnesehr niedrig steht, die Feuerfarbe des Abendrothes zeigt, beihöberm Stande der Sonne aber weifs ist. Dieser erstreckt sichvon der Sonne hinaufwärts und hinabwärts, zuweilen bis zu40 oder 50 Graden Entfernung 2 .
1 Phil. Transact. 1770. p. 129.
2 Einige solche Beobachtungen sind an folgenden Orten zu fin-