Band 
[Fünfter Band. H - K.]
Seite
484
JPEG-Download
 

484

Hof.

nicht genauer führt, so glaube ich ihre Entwickelung hier mit-theilen zu müssen.

Wenn die Sonne sehr niedrig steht, so liegen die Kantender verticalen Prismen, denen wir die Entstehung des weifsenHorizontalkreises zuschreiben, fast senkrecht auf die durch dieSonne das Auge und das Prisma gelegte Ebene , und es würden,wenn auch diese verticalen Eisnadeln allein vorhanden wären,sich in dem weifsen Horizontalkreise in der Entfernung = 21°50' farbige Nebensonnen zeigen müssen, obgleich der übrigeTheil des Ringes um die Sonne dann nicht erschiene. So ver-hält es sich aber genau genommen nur dann , wenn die Sonneim Horizonte steht, und bei höherem Sonnenstände mufs dieRechnung auf folgende Weise angestellt werden.

pjg Es sey SA ein auf das verticale Prisma fallender Lichtstrahl,111 . Ac die durch den Einfallspunct A auf der Oberfläche des Pris-ma’s gezogene Horizontallinie, Ab die horizontale Projectiondes Strahles. Da das Prisma verschiedene Stellungen habenkann, während es immer vertical bleibt, so ist b A c — <p einveränderlicher Winkel, die Sonnenhöhe B AS = u dagegen isteine gegebene , beständige Gröfse, und q A S = 9l)° — et,wenn Aq vertical mit den Kanten des Prisma’s parallel ist. Ir-gend ein Punct s des Strahles wird durch die drei CoordinatenAc = x, parallel mit der Seite der Grundfläche, cb senkrechtauf die Ebene der Seitenfläche = x Tang. <p , und bs =x Sec. <p Tang. «, parallel mit Aq, bestimmt.

Es sey A d die Projection des Strahles auf die Seitenfläche,und sd senkrecht auf diese Seitenfläche , so ist sd = bc,

A s = x (1 -f- Tang. 2 q> -f- Sec. 2 q> Tang. 2 «)

= x Sec. <p Sec. a

==Sin. q>. Cos. cc = Cos. s A p,

_. . , s d Tang, m

As Sec. qp.Oec. aund s Ap ist der Einfallswinkel oder Ap das Einfallsloth. Fer-ner ist auch Tang. dA c = Cotang. q A d = Sec. q>. Tang. cc.Da der gebrochene Strahl A T in derselben, auf die erste Sei-tenfläche senkrechten Ebene bleibt, und für das Brechungsver-hältnifs = m

Cos. T A d' — m Cos. SAd ist,

so ist hiermit die Lage des Strahles völlig bestimmt, undda hier q'A d' = qAd in der Seitenfläche, TAd' in ei-