Band 
[Fünfter Band. H - K.]
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Erfahrungsg es etz e.

Die neuesten, mir bekannten, Untersuchungen über denAusflufs des Wassers aus kleinen Oeffnungen sind von Hachettk. angestellt 1 . Erfand, dafs die Zusammenziehung des Strahlesbeim Ausströmen aus Oeffnungen in dünnen Wänden bei sehrkleinen Oeffnungen weniger beträgt, als bei etwas gröfsern , sodafs man bei Oeffnungen von 1 Millimeter Durchmesser den Quer-schnitt des zusammengezogenen Strahles = 0,69, bei Oeffnun-gen von 0,55 Millimeter Durchmesser = 0,77 setzen könne,bei Oeffnungen von 10 Millimetern Dnrchmesser sey er 0,60 bis0,63. Dieser Unterschied ist vermuthlich daraus zu erklären,dafs bei sehr engen Oeffnungen die Dicke derWand desGefäfsesmehr Einflufs hat, und schon einer kleinen Ansatzröhre ähnlichwirkt, wenn auch diese Dicke so geringe ist, dafs sie bei grö-fsern Oeffnungen noch keine solche Einwirkung äufsert. Indefsgaben die Versuche nicht immer genau einerlei Resultate. DieForm der Oeffnung hatte bei Gleichheit des Inhalts keinen er-heblichen Einflufs auf die Menge des ausflielsendeu Wassers,wenn die Umfangslinie nicht einwärts gehende Winkel hatte.Diese einwärts vorspringenden Winkel geben dem Strahle eineKante, die zunächst an der Oeffnung durch zwei eine Höhlungbildende, weiterhin durch zwei einen Vorsprung bildende Flä-chen gebildet wird. Ueberhaupt geben zwei geradlinige Seitender Oeffnung nicht dem Strahle zwei ebene Seiten , sondern dadie Contraction in dem schmalem Zwisehenraume an der Spitzeeines gewöhnlichen Winkels geringer ist, als da wo der Zwi-schenraum gröfser wird, so erhält der Strahl statt zweier ebe-ner Oberflächen zwei convexe Flächen.

Wenn man an die Oeffnung eine kurze Ansatzröhre fügt,so vermehrt diese die Ausflulsmenge nur dann, wenn sie auseiner Materie ist, die von der ausfliefsenden Flüssigkeit benetztwird. Bei sehr kleinem Durchmesser der Ansatzröhre und einernur irgend erheblichen Länge nimmt dagegen die Ausflußmenge,wegen des Widerstandes in der Röhre sehr ab; und ein Haar-röhrchen giebt bei gröfserer Länge nur ein Hervordringen ineinzelnen Tropfen ; je geringer der Druck ist, desto eher trittdieser Umstand ein.

Hachette behauptet ferner , dafs bei abnehmender Druck-höhe die Contraction sich sehr bedeutend vermindere, nämlich

1 Aon. de Chim. et de Phys. I. 202. III. 78.