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[Fünfter Band. H - K.]
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durch Verdunstung u. Niederschlag. 623

und hierdurch einen Niederschlag auf der metallenen Oberflächedesselben.

Bei den bisher beschriebenen , auf das Princip der durchVerdampfung erzeugten Kälte gegründeten Hygrometern wirdein Körper so weit erkältet, bis er den in der Atmosphäre ent-haltenen Wasserdampf als wässerigen Niederschlag auf seinerOberfläche zeigt; es giebt aber noch eine zweite Classe solcherApparate, bei denen man vielmehr aus dem durch die Atmo-sphäre aufgenommenen Wasserdampfe auf die Menge der darinschon vorhandenen Feuchtigkeit schliefst. August hat diesesProblem im weitestenUmfange behandelt, und ein höchst zweck-mäfsig eingerichtetes Werkzeug ausführen lassen, welchem erden Namen Psychrometer gab, weswegen dieser auch künftigbeibehalten werden mag.

Das erste , seit geraumer Zeit bekannte, Werkzeug dieserArt ist Leslie’s Differenz - oder Differenzialthermometer 1 , wel-ches nach seiner vielseitigen Anwendung besondere Namen er-hält, und für die hier zu untersuchende specielle Bestimmungauch Hygrometer genannt wird. Es war im Jahre 1799, alsder Erfinder diesen höchst sinnreich construirten Apparat bekanntmachte, welcher auch sofort mit ungetheiltem Beifalle aufge-nommen wurde 2 . Bekanntlich besteht das Differenztalthermo-meter aus zwei durch eine gemeinschaftliche Röhre verbundenenKugeln mit Luft oder Dampf gefüllt; bei einer ganz gleichenTemperatur beider Kugeln steht ein Tropfer einer gefärbten Flüs-sigkeit genau in der Mitte der verbindenden Röhre; wird dage-gen die expansibele Flüssigkeit in einer derselben erwärmt odererkältet, so bewegt sich die tropfbare Flüssigkeit in der Röhre,und bezeichnet ihren ungleichen Stand auf einer zum Messendienenden Scale. Leslie empfiehlt gefärbte Schwefelsäure alsFlüssigkeit zur Bezeichnung des ungleichen Standes in die ver-bindende Röhre zu bringen , allein nach meinen eigenen undfremden Erfahrungen werden die Apparate ungleich empfindli-cher, wenn man etwas Alkohol oder Aether darin zum Siedenbringt, und nachdem alle Luft durch die Dämpfe ausgetriebenist, von der Flüssigkeit aber nur noch wenige Tropfen vorhan-den sind, die feine Spitze an der Lampe zuschmelzt. Man erhält

1 Dessen Beschreibung S. Th. II. S. 535.

2 Nicholson iourn. of Nat. Phil. HI. 451. G. V. 235.