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[Fünfter Band. H - K.]
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Inflexion des Lichtes. 69.5

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Newtoit Schatten, und so fern hatten sie Recht, von einemBreitervverden des Schattens zu reden. Eine Nadel giebt stattdes Schattens einen gelben Streifen, begrenzt von zwei dunklernLinien. Damit diese Erscheinung entstehe, mnfs der Körpersehr schmal seyn und beide Ränder zugleich einwirken können.Bringt man an einer Stelle eines so schmalen Körpers an dereinen Seite ein angeklebtes Stück Papier oder eine andereschatten-werfende Materie an, so erhält man sogleich einen ordentlichenSchatten, und statt dafs der Rand des Poikilogramm’s geradewar, ist nun der Rand des Schattens an der Stelle, welche demangeklebten Stücke an der andern Seite entspricht, eingebogen,nicht mehr geradlinig zusammentreflend mit der Grenze derunvollkommenen Beschattung des schmalen Theils. Die Strei-fen , die im Innern des bunten Halbschattens (Poikilogramm’s)entstehen , scheinen in der Nähe des breiteren Stückes sich ein-wärts zu beugen. Hieraus folgt also, dafs die Einwirkung einesnahe liegenden zweiten Randes oder der an einem zweitenRande vorbeigehenden Strahlen nöthig ist, um die Farbenzer-streuung bei der Beugung hervorzubringen, statt dafs eine blofseHineinbeugung aller Strahlen, eine matte Erhellung des Schat-tens an seinem Rande, statt findet, wenn bei einer breiten Plattenur ein Rand einwirkt. Diese zur Hervorbringung der Far-benstreifen nothwendige Einwirkung eines zweiten Randes, anwelchem die Strahlen hinstreifen, zeigt sich noch auf eine an-dere Art. Hat man nämlich eine nicht sehr schmale Platte auf-gestellt , bringt aber hinter dieser den Rand einer zweitenPlatte, parallel dem Rande der erstem, so gegen die Grenzedes Schattens heran, dafs die zweite innerhalb des von dererstem geworfenen Schattens in die gebeugten Strahlen ein-tritt, so bemerkt man, dafs aus den, bis dahin blofs den Schattenetwas erhellenden, Strahlen alsdann farbige Streifen liervorge-hen, die also aus einer neuen Beugung und Zerlegung in Far-benstrahlen an der zweiten Platte entstehen. Flaugeiiguesglaubt hieraus schliefsen zu dürfen, dafs man zwei Kräfte an-nehmen müsse, eine anziehende, w'odurch die Strahlen in denSchatten hinein gebeugt werden und welche auf alle Farben-strahlen gleichmäfsig wirke, also blofs matte Erleuchtung ohneFarben hervorbringe ; eine zweite repulsive , durch welche dieStrahlen sich von dem eigentlichen Schatten entfernen, undwelche, stärker wirkend auf die am wenigsten brechbaren Strah-V. Bd. Yy