Band 
[Fünfter Band. H - K.]
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liiflexiou des Lichtes,

in der freien Luft fortgehend sah, und er überzeugte sich so-dann vollständig, dafs die Loupe die Farbenstreifen genau sozeigt, wie sie in ihrem Brennpuncte wirklich vorhanden sind,oder wie sie sich dort, aufgefangen auf einer Ebne, darstellenwürden *). So liefs sich also mit Hülfe der Loupe die Entste-hung der Farbenstreifen noch genauer verfolgen , und es zeigtesich ganz deutlich , dals die sie bildenden Strahlen vom Randedes Körpers, ohne einen irgend merklichen Abstand von dem-selben, ausgingen, indem man den Rand des Körpers, an wel-chem die Lichtstrahlen Vorbeigehen, ganz rein sieht, wenner sich im Brennpuncte der vor das Auge gehaltnen Linse be-findet. Um dieses und um zugleich die Erscheinungen zu sehen,die sich nahe bei dem Körper darstellen, befestigte Fkksnei.die Linse selbst auf einer festen Unterlage und verband mit ihrein schief durch ihren Brennpunct gehendes llaar, von demalso einige TJieile näher bei der Linse als der Brennpunct, ei-nige entfernter lagen, und da war nur der Theil, welcher imBrennpuncte lag, von Streifen frei, statt dafs beide diesseitoder jenseit der Brennweite liegenden TJieile mit äul'sern Strei-fen umgeben waren.

Um die Winkel zu finden, unter welchen die Strahlen,welche die Farbenstreifen bilden, von der geraden Linie dereigentlichen Schattenbegrenzung abweichen, -wurde der Scliat-

’) Da man sich durch eigne Erfahrung leicht von dem ganz ge-nauen Uebereinstimmen der Erscheinungen auf einer Tafel und derdurch die Linse gesehenen, wenn nämlich der Brennpunct der Linseda liegt, wo eben die Tafel lag, überzeugen kann, so will ich dentheoretischen Grund nur kurz erwähnen. Die convexe Linse giebtauf dem Boden des Auges ein genaues Bild dessen, was sich im Brenn-pmicte der Linse btlindet. Da nun die Streifen, welche auf deinGlase im Brennpuncte der Linse sich zeigen , durch zwei sich durch-kreuzende Lichtstrahlen hervorgebracht werden, so stellt sich mitHülfe der Lins'e auf der Netzhaut das deutliche Bild eben diesesdunkeln oder hellen Punctes dar. Man kann daher mit der Linsevon der Kante an, wo das Phänomen seinen Ursprung hat, in allenEntfernungen die Erscheinung der Streifen im Schatten und am Schat-ten wahrnehmen; die Erscheinungen zeigen sich aber sehr viel glän-zender, als auf einer Tafel, weil man durch die Linse das volle I.ichtder Earbenstreifen empfängt. Wenn man die Linse so nahe an dieKante des die Beugung bewirkenden Gegenstandes hriugt, dafs derBrennpunct jenseits fällt, so treten eben die Erscheinungen ein, alswenn der Brennpunct eben so weit diesseits läge.