Band 
[Fünfter Band. H - K.]
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Inflexion des Lichtes.

Um diesen Versuch richtig zu verstehen, mufs man sicherinnern, dafs die Beobachtungen mit dem Fernrohre angestelltwurden. Wären die durch jene Kreislinie einfallenden Strah-len sämmtlich der Axe parallel, so würden sie blofs einen er-leuchteten Punct im Brennpuncte desObjectivs, also einen klei-nen hellen Punct in der Mitte des Feldes darstellen; wegen derNeigung der bei der Beugung getrennten Strahlen stellen sichfür jeden sehr kleinen Bogen des Kreises kleine Farbenbilder ne-ben dem Brennpuncte dar, genau so, wie es der Fall seynwürde, wenn ein eben so kurzer Spalt vor der Mitte desOb-jectivs läge. Die Bilder, welche zwei diametral gegen ein-ander liegenden Bogen zugehören, fallen zusammen, und darumbleiben die Ringe vollständig, wenn auch der Halbkreis bedecktist, bedeckt man aber einen grölsern Theil, so müssen Stückeder Ringe fehlen.

Eine andere Reihe merkwürdiger Versuche, die noch nieso angestellt worden waren, betrifft die gegenseitige Einwirkunggebeugter Strahlen. Um auf der ganzen Fläche des Objectivs einegrofse Anzahl gleich gebeugter Strahlen zu erhalten, wurdenparallele Fäden, alle von gleicher Dicke und alle in gleichenEntfernungen von einander, vor dem Objective ausgespannt,und kein andres Licht, als das durch diese Zwischenräume ge-gangene, fiel auf das Objectiv. Das Fernrohr war auf eine 0,01Zoll breite Oeffnung gerichtet, durch welche das Sonnenlichteinfiel, und man sah nun im Fernrohre erstlich jene OeffnungA am Heliostat ganz so, wie man sie ohne Fadengitter auch ge-sehn hätte, scharf begrenzt, ohne Farben; daran grenzte, anbeiden Seiten symmetrisch, ein völlig dunkler Raum AH'; andiesen zweitens ein Farbenbild H'C', welches das Violett cecendas erste Bild, gegen die Mitte der ganzen Erscheinung, wen-det ; dann wieder ein dunkler Raum C'H"; hieran grenzt drit-tens ein zweites doppelt so breites Farbenbild H"C", worin dieFarben eben so wie im vorigen auf einander folgen; ohnedunkeln Zwischenraum grenzt hieran ein drittes FarbenbildC''D"', dessen Violett schon mit dem Roth des vorigen zusam-menfällt; ein viertes Bild D"'D ,T , dessen Blau sich schon indas Roth des dritten verliert, grenzt an dieses, und so folgenmehrere Bilder mit schwächer werdendem Lichte, die immermehr und mehr auf einander fallen. Wenn das Fernrohr soweit ausgezogen war, dafs man ohne Fadengitter die Oeffnung