Band 
[Fünfter Band. H - K.]
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Klima.

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Feif schön weggeschmolzen und um 10 Uhr ist es völliger Som-Tier. Mittags werden die Sonnenstrahlen lästig, doch ist esviihl im Schatten , denn es streicht ein stets gleichmäfsiger Süd-vind über die Fläche. Diese Witterung ist sehr beständig undindert sich selten. Als Vorzeichen einer Aenderung weicht derWind nach Westen und bleibt dann südwestlich, die Luft wirdneblig, der Reif des Morgens ist dicker, es fällt bald Hegen,bald Schnee, je nachdem der Wärmegrad der Tagszeit es mitsich bringt; oft bleibt es blofs beim Nebel, das Wetter wirdnach einiger Zeit wieder heiter und der zurückkehrende Süd-wind bringt die vorige Witterung wieder. Nur selten bleibtder Reif oder Schnee zwei Tage liegen. Im August und Sep-tember wird es wieder wärmer, nördliche Winde fangen an zuherrschen, aber das Wetter bleibt trocken bis zu den heifsenMonaten , wo der Frühling mit anfangenden Gewitterregen be-ginnt. Diese Gewitterregen folgen einander in Zwischenzeitenvon zwei bis drei Tagen und erzeugen eine unglaubliche Vege-tation. Kurz vor diesen Gewittern steigt die Flitze oft auf einenunerträglichen Grad, sinkt aber bald wieder, selbst wenn dasGewitter nicht eigentlich zum Ausbruche kommt, sondern wennes nur wetterleuchtet. Die Herbstmonate (der südlichen Flalb-kugel) sind wieder trocken und die angenehmsten im gan-zen Jahre.

Zwischen dem achten und zehnten Grade N. B. diesseit desOrinoko giebt es nach v. FIumdolut 1 Districte, wo die Bäumeim Januar und F’ebruar ihr Laub verlieren und bei grofser Wär-me das Bild einer Winterlandschaft darbieten. Die Ursachehiervon ist Mangel an Feuchtigkeit, weil jene Zeit von den pe-riodischen Regen am weitesten absteht und nur die Pflanzen mitglänzenden, saftigen Blättern diesen Mangel an Wasser ertra-gen. Also schützt hier die Vegetation nicht gegen den Einflufsallzulange anhaltender Dürre; die Ufer des Stromes erhaltenindefs ihre Umgegend feucht, welche sonach jene Erscheinungnicht zeigt.

Das Klima von Nordamerica ist wegen der grofsen dortherrschenden Kälte bekannt, wodurch die nördlichen Gegendenfast vom 50sten Breitengrade an für Europäer unbewohnbar wer-den. Es ist daher begreiflich, dafs die unter niedrigem Breiten

1 Reisen. D. Ueb. IR. 55.