Band 
[Fünfter Band. H - K.]
Seite
1031
JPEG-Download
 

/

1031

Krystallometrie.

dirt ein Resultat liefert, welches mit dem wahren Werthe dergemessenen Kante um so näher übereinstimmen wird, je grünerdie Anzahl der möglichst sorgfältig angestellten Beobachtungen *ist, indem hierdurch die etwa vorgehommenen kleinen Fehlersich gegenseitig aufheben. Bei einiger Uebung in dieser Artvon Messung mit einem gut gearbeiteten Goniometer und beieiner zweckmäfsigen Wahl der beiden Parallellinien, von denendie eine die gespiegelt werdende und die andere die bei derBeobachtung direct gesehene ist (besonders hinsichtlich desGrades der Erleuchtung, die für die obere stärker als für dieuntere seyn mufs) *, kann man es dahin bringen , dafs die ein-zelnen Beobachtungen von einem solchen Mittel aus vielen Mes-sungen um nur 4 bis 5 Minuten verschieden sind*.

1 Man wählt deshalb am besten einen Querstab an einem Fensterdes Zimmers, in welchem die Messung vorgeuomrnen wird, oder viel-mehr die Grenze zwischen ilnn und der Glasscheibe uls gerade hori-zontale Linie, die von der Kry 9 tallfläche gespiegelt werden soll, undeine unter demselben Fenster an der Wand damit parallel gezogeneLinie von der erforderlichen Stärke, dafs sie mit freiem Auge auf 8bis lOFufs Entfernung deutlich gesehen werden kann (am besten eineschwarze Linie auf weiTsem Grunde), uud von einer Länge, die 4 undmehr Fufs beträgt, welche dient, um direct gesehen zu werden. We-gen der bessern Beleuchtung dieser unteren Linie sind die Messungenwo möglich in einem Eckzimmer vorzunehmen, das von zwei SeitenLicht erhält.

2 Von der Richtigkeit des Grades der Beleuchtung und von derhierdurch bedingten Schärfe der Beobachtung über das genaue Zu-sammenfallen der Bilder hängt die Richtigkeit einer Messung in weithöherem Grade ab, als von der gröfseren Entfernung der zum Visirendienenden Bilder. Namentlich mufs hinsichtlich des unteren Gegen-standes alles, was Blendung des Auges verursachen kann, möglichstsorgfältig vermieden werden. Man mufs zu bewirken suchen, dafs dasvon der Krystallfläche gespiegelte und das direct gesehene Bild ingleichem Grade dem Auge deutlich erscheine, dafs aber die gröfsereEntfernung der beiden Visirlinien w und v von geringerem Einflüsseist, als man denken sollte, ergiebt sich aus folgender Betrachtung.

Ein Strich von etwa 1 Linie Breite ist auf eine Entfernung von8 —10 Fufs noch deutlich erkennbar, und wenn also die Grenze desgespiegelten Bildes von w einigermafsen deutlich ist, so wird nichtleicht ein Fehler von T 'j'Zoll au der wirklichen Congrueuz beiderBilder statt finden dürfen, den man nicht beobachten sollte. Es istaber : 8 = < Tang. 3', indem Tang. 3' ungefähr =^' 4 ^ ist.

Wenn nun ein Lichtstrahl lc von unveränderlicher Lage auf eine216.

V. Bd. tJ u u