Messung durch Sternbedeckungen. 19
wichtigsten Elementes der praktischen Astronomie gehalten ha-ben mochte. Allein die Vorzüge derselben beruhen hauptsäch-lich auf der grofsen Genauigkeit, mit welcher sich bei den Son-nenfinsternissen wenigstens das Ende, bei den Sternbedeckungender Eintritt des Sterns, zumal wenn er am dunkeln Mondrandegeschieht, beobachten lassen. Da der Mond in jeder Zeitsecundeum eine halbe Secunde im Bogen fortriickt, der Durchmessereines Fixsterns wohl in der ltegel kaum eine halbe Secundebeträgt, so ist das Verschwinden des letztem so plötzlich, dafses unmöglich ist, sich hierin um eine Secunde zu irren. DieFälle, wo durch Unebenheiten des Mondrandes eine etwelcheVerzögerung des Eintrittes entsteht, gehören unter die Ausnah-men und linden meistens nur dann statt, wenn der Stern ent-fernt vom Centrum des Mondes durchgeht t . Weniger genauläfst sich das Hervortreten des Sterns, zumal am erleuchtetenMondrande, wahrnehmen und liier ist allerdings bei kleinenSternen und im Volllichte des Mondes eine Zögerung von meh-reren Secunden möglich. Da jedoch die Zeit der Conjunctionaus jedem Appnlse besonders berechnet werden kann, so läfstsich bei zweifelhafter Beobachtung der nachtheilige Einflufs desAustrittes beseitigen. Bei Sonnenfinsternissen kann man durchAnwendung starker Vergröfserungen, namentlich bei dem Endederselben, den Eingriff' des Mondes in die Sonnenscheibe mitziemlicher Sicherheit beurtheilen , doch stehen sie für den Zweckder Längenbestimmung den Sternbedeckungen merklich nach.Noch viel mehr ist dieses wegen der langsamen Bewegung beiPlanetendurchgängen der Fall und wirklich macht die Längen-berechnung meistens nur einen Nebenzweck ihrer Beobachtungaus, was auch schon durch ihre grol’se Seltenheit zum vorausbedingt wird. Die Berechnung selbst ist von so vielen mehroder weniger ungewissen Elementen , als Länge und Breite desMondes, Parallaxe, Halbmesserdesselben, abhängig, dafs manauf genaue Resultate verzichten müfste, hätte nicht der vereinteFleifs der Astronomen die meisten derselben durch mancherleiUmwege ausgemittelt und wüiste man sie nicht durch ßeob-
1 Den neuesten Untersuchungen zufolge möchten sie auch voneinem durch den Stern erweckten andauernden Lichtreize hrrrühren,da sie gemeiniglich nur bei sehr hellen Sternen,-z. B. dem Aldebaran,bemerkt worden sind.
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