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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Leiter, Nichtleiter, Halbleiter.

Ueberraschen mufs es nun in hohem Grade, dafs geradefür die vollkommensten Leiter, die Metalle , dieser Einllufs derErwärmung auf die Leitungsfähigkeit sicli auf eine ganz ent-gegengesetzte Weise verhält, indem diese mit der Erwärmungvielmehr abnimmt und mit der Erkältung wächst. Dieses in-teressante Resultat erhielt II. Davy 1 durch ganz ähnliche Ver-suche, wie diejenigen, von denen bereits oben die Rede gewe-sen, durch welche derselbe den Einllufs der Länge und Masseauf das Leitungsvermögen ausmittelte. Wurde z. B. ein 3 Zollelanger und ^4^ Zoll dicker Platindraht unter Oel kalt erhalten,so entlud er vollständig die Elektricität zweier Batterieen odervon zwanzig Doppelplatten, vermochte aber in der Luft, in derdie Entladung ihn erhitzte, blofs eine Batterie zu entladen.Hierbei ist es einerlei, ob die Ilitze des Drahtes durch die Elek-tricität selbst oder ob sie von irgend einer andern Ursache her-

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vorgebracht wird. Ein Platindraht z. B., der eine solche Längeund Dicke hatte, dafs er eine grofse Anzahl von Doppelplattenentlud, ohne dadurch bedeutend erhitzt zu werden, verlor,wenn ein Theil desselben mittelst einer Weingeistlampe roth-glühend gemacht wurde, das Vermögen, die gesummte Elek-tricität dieser Batterie zu entladen, wie sich durch die starkeGasentbindung zeigte, die in der zweiten halbschliel'senden Kette(in der Röhre nämlich, in welche von der Batterie aus leineSilberdrähte gingen) statt fand und welche sogleich aufhörte,wenn man die Quelle der Hitze entfernte. Ein gleiches Resultatzeigte ein anderer Versuch, der durch die damit verbundenenUmstände etwas sehr Auffallendes hat. Hatte z. B. Davy ineinem Volta’schen Kreise einen 4 bis 5 Zoll langen so dünnenPlatindraht angebracht, dafs die Elektricität, welche durch ihnliindurchgjng, ihn in seiner ganzen Länge rothglühend machte,und brachte er irgend einen Theil desselben durch die Flammeeiner Spirituslampe, welche er darunter hielt, zum IVeifsgliihen,so erkaltete augenblicklich derUeberrest des Drahtes bis unter dieTemperatur des sichtbaren Glühens, und hielt er umgekehrt anirgend eine Stelle des rothgliihenden Drahtes ein Stück Eis odertrieb auf sie einen Strom kalter Luft, so wurden augenblicklichalle übrige Theile des Drahtes viel heifser und kamen vom Roth-glühen zum Weifsglühen.

1 G. a. a. 0. 249.