192 Leiter, Nichtleiter, Halbleiter.
Wenn gleich alle diese Körper im Allgemeinen sich alsNichtleiter beweisen, so ist doch schon mehrmals erinnertworden, dafs sie der Fortpflanzung der Elektricität keinen ab-soluten Widerstand entgegensetzen und dafs nur die längereZeit es ist, die ein gewisses Quantum von Elektricität erfordert,um sich durch sie hindurchzubewegen , was sie zu Nichtleiternmacht. Diese Zeit giebt sogar ein Mittel an die Hand , die re-lativ verschiedene isolirende Eigenschaft oder den comparativenGrad von Leitungsvermögen , welcher denselben immer nochzukommt, mit einiger Genauigkeit zu bestimmen. Rousseau 1hat hierzu eine nicht unzweckmäfsige Vorrichtung angegeben.Diese besteht dem Wesentlichen nach darin, dafs mit dem obernPole einer grofsen trockenen Säule, deren unterer Pol mit demErdboden in Verbindung ist, eine schwach magnelisirte Nadelund eine Metallkugel so in Verbindung gebracht werden, dafs dieElektricität des oberen Poles an die Kugel übergeht und alsodie Nadel abstöfst, bis sie in einem gewissen Abweichungswin-kel zur Ruhe kommt. Die Zeit, welche verstreicht, bis nachmehreren Oscillationen die Nadel zur Ruhe kommt, ist das Mafsdes Leitungsvermögens der verschiedenen Isolatoren, die lang-sam genug leiten, um solche Zeitunterschiede noch wahrnehmenzu können. Es versteht sich, dafs auch hier nur die Verglei-chung für gleiche Durchmesser und Längen gilt. Um Flüssig-keiten in dieser Hinsicht mit einander vergleichen zu können,bringt Rousseau diese in kleine Gefäfse, die durch ihren Fufsmit der Nadel und Kugel in Verbindung stehen , taucht hieraufdas eine Ende eines Metalldrahtes in die Flüssigkeit und bringtstets eine gleich grofse Metallfläche mit dieser dadurch in Be-rührung, dafs er einen Theil des Metalldrahtes mit Siegellacküberzieht, dann mifst er die Dauer der Bewegungen der Nadelvon dem Augenblicke an, worin die Verbindung mit der Säuledurch das andere Ende des Drahtes bewirkt wurde. Auf dieseArt hat Rousseau gefunden, dafs das Olivenöl in Vergleichungmit andern pflanzlichen und thierischen Oelen ein sehr geringesLeitungsvermögen besitzt, denn unter übrigens gleichen Um-ständen waren zu einer gewissen Ablenkung beim Olivenöle 40",beim Buchecker - oder Mohnöle hingegen nur 27" erforderlich.
1 Ann. de Cliimie et Phy». T. XXV. p. 373. and FoggendorfF*Ann. LXXV11I. S. 195.