242
Licht.
zuweilen als Pulver, zuweilen in greifseren Stücken angewandt,um die bei Ungleichheit der Gröfse hervorgehende Verschieden-heit wahrzunehmen. Ich erzähle hier nur einige der wichtigstenErscheinungen.
Flufsspath gehört unter den durch Erwärmung leuchtendenMineralien zu denen, welche die schönsten Erscheinungen ge-hen 1 . Um sie ganz vollkommen wahrzunehmen, mufs man nichtMofs Pulver, sondern auch greisere Stücke, bis zu mehrerenKubikzollen anwenden. Der grüne schien den Vorzug vor allenzu haben, doch waren auch nicht alle grüne Exemplare gleich.Manche Arten Flufsspath fangen schon bei 50 bis 55 Graden 11.im völligen Dunkel an zu glänzen; sie zeigen alle Hauptfarben,jedoch ist darin bei den einzelnen Exemplaren eine Verschie-denheit und auch bei veränderter Temperatur ändert sich dieFarbe. Der Flufsspath zeigt violettes, smaragdgrünes, goldgel-bes Licht, und obgleich einige Stücke zuerst bei stärkerer Hitzebläulich, dann grün, dann hellgelb leuchteten, so schien dochdas grüne Licht den grünen und gelben, das violette den blauenund anders gefärbten Exemplaren vorzüglich eigen zu seyn.Dieses Licht durchdringt den ganzen Körper, so dafs man dieSchichten unterscheidet und die ganzen Stücke wie durchsichtigerscheinen. Die Dauer der Phosphorescenz auf der allmälig er-kaltenden Schale war zwar sehr ungleich , betrug aber doch beiPulver einige Minuten und bei größeren Stücken 15 Minuten.Aut' einem heifsen Ofen kann man das Leuchten Tage lang beob-achten und der Flufsspath ist daher zu Anstellung von Versuchenvorzüglich zu empfehlen.
Ausgezeichnet wegen seiner Phosphorescenz durch Erwär-mung ist, nach v. Ghotthuss 2 , der röthlich violette Flufsspathvon Nertschinsk, der Pyrosmaragd oder Chlorophnn. Er er-langt bei der Erhitzung eine smaragdgrüne Farbe und nimmtbeim Erkalten seine Lillafarbe wieder an, wobei ein Uebergangs-zustand der Farbenlosigkeit eintritt. Bringt man ihn so erhitzt,dafs er im Tageslichte grün aussieht, in einen verfinsterten Baum,so leuchtet er smaragdgrün und stärker, als alle andere Flufsspath-arten. Er zeigt sich bei jener Erhitzung lange Zeit als leuchtendund v. Ghotthuss ist derMeinung, dafs das eigenthümliche, von
1 Philo». Magaz. for 1827. I. 143.
2 Srhwei^g^r’s Jonro. XIV'. 135.