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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Optische Erscheinungen.

rücken, sondern das prismatische Spectrum erscheint zugleichin die Lange von ß nach C ausgedehnt, es behalt die Breite, diederGröfse des erleuchteten Kreises A angemessen ist, aber, selbstwenn die Tafel nun gegen DB senkrecht gestellt wird, ist esvon B nach C viel länger und bei B zeigt sich Roth, bei C Vio-lett, als die Grenze des Bildes darstellend. Bringt man einzweites Prisma in den rothen Strahl DB, so wird er wiedernach eben den Gesetzen wie vorhin gebrochen und die Bre-chung ist geringer, als bei den übrigen Farbenstrahlen, bei demvioletten Strahle ist sie am gröfsten. Das weifse Sonnenlicht,indem es alle diese Farbenstrahlen giebt, erscheint uns also alsaus farbigen Strahlen zusammengesetzt, und da die aus der Zer-streuung im Prisma hervorgegangenen Strahlen, wenn man siewieder vereinigt, aufs neue ein weiTses Bild geben, so sehnwir das Weifs als aus einer Mischung jener farbigen Erleuchtungin bestimmtem Verhältnisse der einzelnen Farbenstrahlen her-vorsehend an. Wenn man alle Strahlen wieder sammelt, so

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zeigen sie dem Auge wieder Weifs5 sammelt man einige mitAusschliefsum» irgend eines Farbestrahls, so erhält man einegemischte Farbe, welche die Ergänzungsfarbe zu der nicht mitaufgenommenen heifst; grün ist die Ergänzungsfarbe zum Roth,Violett ist die Ergänzungsfarbe zum Gelb u. s. w. Jedem Far-benstrahle kommt ein eigner Werth des vorhin mit m bezeich-neten Quotienten der Sinus oder ein eigner AVerth des Bre-chungsverhältnisses beim Uebergange in einen bestimmten Kör-per zu, und da das Farbenbild keine Unterbrechung zeigt, son-dern durch unmerkliche Uebergänge eine Farbe sich an die an-dere anreiht, so schien es, dafs man beim Sonnenlichte anneh-men dürfe, dafs m nach dem Gesetze der Stetigkeit alle Werthe,die zwischen denjenigen liegen, welche dem äulsersten Rothund dem äufsersten Violett entsprechen, erhalte; aber Fhaun-hofek’s Versuche haben gezeigt, dafs auch im Sonnenlichtenicht ohne Ausnahme alle zwischen jenen Grenzen enthalteneStrahlen vorhanden sind, sondern dafs feine Unterbrechungendes Farbenbildes auf einen Mangel gewisser Strahlen, die einembestimmten Werthe von m entsprechen, schliefsen lassen, Fisaun-iiofeh schliefst aus seinen Untersuchungen, dafs diese demSonnenlichte fehlenden Ljchtstrahlen auch dem vom Monde undder Venus rellectirten Lichte fehlen, dafs hingegen im J^ichteder Fixsterne andere helle und dunkle Linien, ohne Zweifel