Band 
Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
Seite
309
JPEG-Download
 

T ii e o r i c,

309

IV. Theorieen zur lirklärung der Phä-n o mene des L i c li t s.

I. In Beziehung auf die optischen Erscheinungen.

In der Erzählung der Erscheinungen, welche das Licht unsdarbietet, habe ich, so viel es irgend möglich war, alles ver-mieden, was eine Hypothese über die Natur des Lichtes andeu-ten konnte; denn von Lichtstrahlen, als dem uns kenntlichwerdenden Wege der Wirkungen des Lichtes, wird man redenmüssen, inan mag über die Natur des Lichtes annehmen, wel-che Hypothese pian will. Aber diese blofse Erzählung der Er-scheinungen kann uns, ohne ein ordnendes I’rincip, nicht ge-nügen, und dieses setzt eine Hypothese über die Natur des Lich-tes voraus, an welche sich Theorieen über die Einwirkung,•welche das Licht bei der Zuriickwerfung, Brechung u. s w. er-leidet, anschliefsen können. Es giebt nur zwei Hypothesen,die, weil sie eine mathematische Entwickelung der aul sie ge-bauten Theorieen gestatten , hier umständlich erwähnt zu wer-den verdienen, von einer dritten Hypothese, die einer solchenEntwickelung entweder gar nicht fähig ist, oder wenigstensnoch keine solche Ausbildung erhalten hat, werde ich amSchlüsse kurz reden.

A. Eruisslonstheorie.

Newtos ist als der Urheber derjenigen Theorie anzusehen,welche annimmt, dafs das Licht aus materiellen Theilchen be-steht, die durch ihre Einwirkung auf unser Auge die Empfin-dung des Sehens hervorbringen und sowohl den anziehenden,als auch den abstofsenden Kräften der Körper, an deren Ober-fläche sie sich befinden, unterworfen sind *. Diese Theorie istin der neuesten Zeit von Biot 1 2 und Heiisciiel 3 sorgfältig er-

1 Aus den von Kamtz zosammengestellten Aeufserungen Ntw-ton’s (Schweigg. XLY. 176.) erhellet zwar, dafs er die Möglichkeit,auch aus der Vibrationstheorie die Erscheinungen zu erklären, nichtgäuzllch unbeachtet iie['s ; aber dennoch zeigen die in den Priucipiisvorgetragene Theorie der Brechung und die entschiedenen Ausdrückein der Optik, dafs er jener Theorie den Vorzug gab, ohne indefsdas Bestreben, den Gegenstand von allen Seiten zu betrachten, ganz •aufzugeben.

2 Traite de l'hys. IV,

S On Light.