Band 
Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
Seite
322
JPEG-Download
 

m

Licht.

Aber obgleich bei dem einfachen Durchgänge des Lichtsdurch dicke Platten die mannigfaltigsten Zustände der Anwand-lungen eintreten und daher keine Farbenringe entstehen, sogehen diese doch wieder hervor bei der Reflexion an der Rück-seite dicker Hatten. Newton beobachtete diese sichtbar wer-denden Farbenringe, indem er auf einen concav-convexen Glas-spiegel, dessen beide Oberflächen einerlei Centrum hatten, Son-nenstrahlen durch eine in eben dem Centrum der Kiioelflächen

O

angebrachte kleine Oeffnung fallen liefs , indem sich nun umdiese OefFnung Farbenringe zeigten. Ihr Entstehen wird er-klärlich aiis den Lichtstrahlen, die an der Rückseite des Spiegels,seiner Rauhheiten wegen, zerstreut zurückgeworfen werden. Dersenkrecht einfallende Lichtstrahl CA wird, so fern er der regel-mäfsisen Reflexion folst, in seiner vorigen Richtung zurück-geworfen ; aber wie gut auch die Oberfläche bei B polirt seynmag, so wirft sie doch immer, so wie rauhe Körper, auch zer-streute Strahlen zurück, unter welchen wir hier blofs diejenigenzu betrachten brauchen, die nur einen kleinen Winkel mit CBmachen. Alle diese Strahlen müssen sich bei ihrem Ausgehenvon B ziemlich nahe in der Phase der leichtesten Zurückwer-fung befunden haben, weil sie sonst ihren Weg durch dieseOberfläche hindurch fortgesetzt hätten. Die Theilchen, die ander Hinterfläche im Zustande der leichtesten Reflexibilität an-kamen , sind von der Vorderfläche durchgelassen worden , undda sie , beim Rückgänge auf der Linie BC selbst, diese Vorder-fläche ziemlich in eben der Phase der Anwandlungen erreichen,wie beim Eindringen , so gehen sie nach C zu fort. (Sie be-fänden sich strenge genau in eben der Phase , wenn sie nur inder vollkommensten Phase der Reflexion an der Hinterseite zu-zückgeworfen würden.) ln A selbst gehen also alle reflectirtenStrahlen , die dort ankommen, hervor; aber unter den unregel-mäfsig reflectirten Strahlen werden auch solche seyn, die nachBD, BE zurückgeworfen werden. Bei der schiefen Reflexionwerden die Anwandlungen länger 1 , und obgleich auch die

schieden. Waren sie also so gemischt, dafs einige die Länge derAnwandlungen = 16,0, andre = 16,1, andre = 16,2 haben, so sind,nachdem sie etwa 13 Zehutausendtel tief eingedrungen sind, die er-sten und letzten am Ende, die zweiten in der Mitte einer Phase u. s. w.

1 S. Art. Anwandlung.