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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Veranlassung, um auch umgekehrt zu fragen, ob denn nichtdie Fortpflanzung des Lichtes ebenso in den Vibrationen einerfeinen Flüssigkeit ihren Grund haben sollte, wie bekanntlich beider P’ortpflanzung des Schalles in der Luft statt finden. Wennman dieses annimmt, so muTs man also den unermefslichenRaum, bis über die Grenze aller uns sichtbaren Gegenständehinaus, mit einem sehr dünnen, sehr elastischen Fluidum, dasman Aether genannt hat, erfüllt voraussetzen. Diese Voraus-setzung scheint zwar das gegen sich zu haben , dafs die Him-melskörper bei ihrer Bewegung keinen merklichen Widerstandleiden ; aber da die Dichtigkeit dieses Aethers sehr gering ange-nommen werden darf, so ist dieser Einwurf nicht von so grofserWichtigkeit, zumal da doch auch die Emissionstheorie den can-zen Raum als gleichsam erfüllt mit Lichttheilchen , wenn auchdie Zwischenräume in jedem Lichtstrahle sehr grofs sind, an-nimmt.

Dieser Aether mufs einen sehr hohen Grad von Elasticitätbesitzen und mufs fähig seyn, durch die Vibrationen der Kör-per, welche Licht auszusenden scheinen, in eine Bewegung ge-setzt zu werden, die sich, den Wellen und den Schallvibratio-nen ähnlich, von Theilchen zu Theilchen fortpflanzt. Den Kör-pern , welche selbstleuchtend Licht aussenden, müssen wir alsoeine vibrirende Bewegung, deren Ursprung wir nicht kennen,beilegen, bei den erleuchteten Körpern müssen wir annehmen,dafs die sie trellenden Vibrationen des Aethers neue Vibrationenerregen, die sich uns in dem von ihnen zurückgeworfenen Lichtekenntlich machen. Aber auch in den dichtem Körpern selbst,w r enn sie durchsichtig sind, müssen sich dipse Wellenbewegun-gen fortpflanzen, und wir sind daher genöthigt anzunehmen, dafsdie Zwischenräume der gröbern materiellen Theile mit diesemAether erfüllt sind, und zwar so, dafs der in den brechendenKörpern enthaltene Aether eine desto geringere specifische Ela-sticität besitzt, je grösser die Brechung ist, welche das Lichtin ihnen leidet. Indem diese Undulationen des Aethers unserAuge treffen und in unsern Sehnerven ähnliche Vibrationen er-regen, ertheilen sie uns die Empfindung des Sehens, welchealso ;hier aus einer mehr "leichartisen Beweeun^ des den äufsernEindruck machenden Stoffes und der Nerven selbst erklärt wird,Statt dafs Newton den antreffenden Lichttheilchen die Wirkung,in dem Netzhäutchen des Auges und in den Nerven Vibrationen