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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Undulationstheorie.

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ser Theorie gemafs, erklären lassen, sondern auch weil eineAenderung des Ortes, von welchem das Licht ausstrahlt, solcheVeränderungen in den Erscheinungen bewirkt, dafs es unmög-lich ist, diese aus den Attractionen und Repulsionen des Kör-pers, an dessen Seiten das Licht vorbeigeht, zu erklären.

Die doppelte Brechung lehrte schon Hüyghexs aus derUndulationstheorie erklären und die neueren Untersuchungenbestätigen dem Wesentlichen nach seine Ansichten, ln einemkrystallisirten Körper, wie der Doppelspath, läfst sich gar wohlannelimen, dafs die Elasticität desAethers nicht nach allen Rich-tungen gleich, sondern durch die Attraction derKörpertheilchenso modificirt ist, dafs sie einen andern Werth hat für die Rich-tung mit der Axe des hier als einaxig angenommenen Krystallsparallel, einen andern Werth für die gegen diese Axe senk-rechten Richtungen. IIuyghens nahm die Vorstellung vonsphäroidischen Theilchen dabei zu Hülfe, die Wollaston nochweiter verfolgt hat *. Ohne uns gerade an diese Voraussetzungzu binden, läfst sich wenigstens zeigen, dafs, wenn es in diesenKrystallen sphäroidische Wellen gäbe, für diese das Gesetz derFortpflanzung ein ganz anderes als für kugelförmige Wellen

sevn müfste. 'Denken wir uns nämlich C als den Punct derf'g*J 39 .

Oberfläche IIEB, welcher von dem nach der Richtung RC

herankommenden Strahle getroffen wird, so müssen wir unseine um C als Mittelpunct entstehende sphäroidische Undulatiorldenken; indem die Welle CO, die wir als von einem unend-lich entfernten Puncte kommend, als eine ebene Welle ansehn,vorrückt, bringt sie in einem Puncte nahe an C, der in derverlängerten Projection des Strahles RC auf die Oberfläche,nämlich in CK liegt, eine neue Undulation von gleicher Formhervor, und es ist offenbar, dafs im Innern des Krystalls dieErleuchtung in den Puncten wird wahrgenommen werden , wodiese beiden Sphäroide sich berühren. So wie wir bei der ge-wöhnlichen Brechung Kreise zeichneten, deren Grenzlinie fürdas Ende gleicher Zeiten uns die im Innern des brechendenKörpers fortgehende Welle kennen lehrte, so construiren wirhier Sphäroidenflächen, deren einem gleichen Zeitpuncte ent-sprechende Grenzflächen die aus ihrer vereinigten Wirkungentspringende Welle ergeben, und da findet sich, wenn in einer

1 Phil. Transact. 1812. p. 58.