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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Undulationstheorie.

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soll, ist zwar nicht ganz ohne Schwierigkeit, da wir dem Ae-ther, in welchem sich die Undulationen fortpflanzen, eine un-gleiche Elasticität hach verschiedenen Richtungen, also eineEigenschaft beilegen müssen, die bei flüssigen Körpern, so wiewir sie sonst kennen, nicht Vorkommen kann; aber dennochschliefst bis hierher sich diese Theorie an die Gesetze derBewegung elastisch-flüssiger Körper an und bildet sofern einSystem, das nicht durch neue Voraussetzungen zu weit vonseiner ursprünglichen Einfachheit abgeht, ln Beziehung auf dasgewifs rühmliche Bestreben, den einmal angenommenen hypo-thetischen Voraussetzungen getreu die Theorie zu verfolgen,hatte Poissojt ohne Zweifel Recht, wenn er die Umstände derUndulationsbewegung, wie sie unter den bisherigen Voraussez-zungen sich ergeben, sorgfältig bestimmte. Diesen Untersu-chungen zu Folge gab er es als ein Resultat der Theorie an,dafs jede erheblich weit von ihrem Ursprünge vorgeschritteneWelle, die sich kugelförmig ausbreitet, keine anderen Vibratio-nen der Theilchen, als solche, die fast genau senkrecht gegenjene Kugelfläche sind, haben könne, dafs daher Fresnel’»Quervibrationen, die ich sogleich näher angeben will, sich ausden Gesetzen der Elasticität gar nicht herleiten lassen , und dafsdie Annahme solcher Quervibrationen erst durch Auffindung derKräfte, welche sie hervorbringen, gerechtfertigt werden müsse.Auch in Beziehung auf die sphäroidischen Undulationen in Kör-pern, wo die Elasticität des Aethers nicht nach allen Richtungengleich ist, könne dennoch keine Vibration der Theilchen in derTangente der Welle, sondern nur in der Normallinie statt finden,

und so gut sich die Richtung des ungewöhnlich gebrocheneno o-o o

Strahles in allen diesen Fällen erkläre, so ergebe doch dieTheorie der Undulationen nichts zur Erklärung derjenigen be-sondern Beschaffenheit der Lichtstrahlen, die wir Polarisationnennen.

Gegen diese Behauptungen, diePoissos auf eine folgerechtdurchgeführte Theorie gegründet hatte, erklärt Fresnel sichnicht ohne Empfindlichkeit *. Jene Theorie beruhe auf mathe-matischen Abstractionen, die weit von der Realität entfernt sevnkönnten. Die von Poissox vorausgesetzte Beschaffenheit elasti-scher Flüssigkeiten, dafs sie aus an einander liegenden Theilchen

1 Arm. de Ch. et Pli. XXlII. 130.VI. Bd.

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