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Cap. t. Philipp II.
dem Volk Eindruck macht, jenen zurückhaltendenErnst, welchen die Menge für Würde hält, und beidieser Strenge doch, wenn er wollte, Freundlichkeitund gnädige Manieren. In Unternehmungen ließer sich durch nichts hindern; Verbrechen und Reli-gion betrachtete er als zwei Werkzeuge, deren ersich nach Erforderniß der Umstände unbedenklich be-diente; er glaubte, wenn gewisse Andachtsübungenbeobachtet und in Religionsmeinungen auf den rö-mischen Schlüssen gehalten werde. Alles sich erlaubenzn können.
Aber mit heftigen Leidenschaften (etwas Finste-res gab ihnen sein Temperament) verband er eineMenge Vorurtheile in der Politik; er hatte mehrdie Neigungen als die Grundsätze des Despotismus.Daß er seinem eigenen Interesse Alles aufzuopfernhabe, das dachte er sich; nicht aber, daß das Glückseiner Völker, daß Zutrauen und Achtung bei denMächten sein wahres Interesse wäre. Er kanntekeine Regierungskunst als Schrecken und Erniedri-gung derer, welchen Geburt, Reichthum oder Gei-steskraft unabhängige Größe gab; und bei entschie-dener Oberhand bediente er'sich kleiner Mittel, umAlles zu vermögen; überall verbreitete Philipp Miß-trauen und Unruhen. Bei diesem Charakter warenseine Marimen wahres Unglück; sie machten ihnstandhafter im Bösen.
Er ist dem Kaiser Liberius verglichen worden.Diese zwei Tyrannen baden beide die Erniedrigung