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Cap. i. Anfang des dreißigjährigen äkriegS. rv5
gen geschwächt. Nicht nur stammten von HerzogErnst zwei Fürsten, deren einer zu Lüneburg, einerzu Wolfenbüttel in herzoglicher Würde saß; auchLüneburg theilte sich in Nebenzweige.
Noch schädlicher war in dem hessischen Hause diedurch Religionshaß und politische Eifersucht herr-schend gewordene Entzweiung der Landgrafen zuDarmstadt und Cassel, deren jener lutherisch blieb,dieser den reformirten Begriffen folgte; sie zerfielenbesonders über dem Erbe des Landgrafen von Mar-burg. Nie wurde die Erbitterung heftiger als un-ter Moriz, der zu Caffel regierte; er war ein nicht»»unterrichteter Herr, der aber über den Geist derZeiten sich so wenig erhob, daß er in die Cvntrover-sen sich selbst einließ, und Calvins Vorstellungen ge-waltsam durchzusetzen versuchte.
Die Lutheraner freuten sich, ans Licht zu brin-gn», in wie Vielem die Reformirten mit den Tür-ken übereinstimmen, und wie diese doch noch besterals jene seyen. Die Reformirten waren des Sin-nes, „daß wenn Feuer und Wasser sich vereinigen,»daß jenes dieses nicht mehr trockene, dieses jenes»nicht lösche, alsdann, eher nicht, an eine Vereini-gung mit den Lutheranern zu denken sey." Hier-über, da jeder Theil einzeln stritt, wurden durch dieKatholischen beide leicht überwunden.
In diesen Zeiten bekümmerte sich Frankreich nichtum Europa; man war mit Hvfparteien beschäftiget.Auch Holland war in Parteiung, und der Schmerz