506
Lui’telektricität.
eine Ursache angeben müssen, und zwar eine solche, die inihrer Wirkung im Laufe des Tages nach dem oben unter III. A.a.aufgestellten Gesetze, da die ganz nach Erman’s Vorgänge an-gestellten Versuche in den verschiedenen Tageszeiten ein ebenso verschiedenes Resultat geben, als die Prüfung der Luftelek-tricität mit einen Volta’schen Apparate durch sogenannte Einsau-gung, veränderlich ist. Nun läfst sich aber keine andere Erschei-nung nachweisen, die einen übereinstimmendem Gang mit jenenVeränderungen zeigte, als eben der Vorgang der Verdunstung undder Verdichtung der Dünste in den verschiedenen Tageszeiten.Das Hauptphänomen aber, welches Ersias beschrieben hat, läfstsich bei der Annahme, dafs die Luftschichten von unten nachoben an positiv-elektrischer Ladung zunehmen , auf folgendeWeise erklären. Wenn der Zuleitungsdraht des Elektrometers,ehe man dasselbe schnell in die Höhe hebt, mit dem Erdbodenin leitende Verbindung Gesetzt wird, so setzt er sich mit diesemins Gleichgewicht und nimmt seinen 0 elektrischen Zustand an.
O
Durch die Atmosphären-Wirkung der positiven Elektricität derumgebenden Luftschichten kann aber in diesem Drahte ein An-tlieil —E gebunden enthalten seyn, der eben deswegen nichtauf die Goldblättchen wirkt und überall nicht nach aufsen thätigist. Wird dann das Elektrometer schnell in die Höhe gehoben,so geht es aus einer weniger positiven Luftschicht in eine stärkerpositive über, es wird ein Antheil E vertheilt, negative Elek-tricität nach dem oberen Ende des Drahtes angezogen und ge-bunden, positive Elektricität nach dem unteren Ende zurück-getrieben, die als freie Elektricität, und zwar als positive, auf dieGoldblättchen wirkt und sie aus einander treibt, und zwar indetn Verhältnisse stärker, in welchem das Elektrometer schnellerund zu einer gröfseren Höhe gebracht wurde, weil alsdann diefrei gewordene positive Elektricität um so weniger Zeit hat, sichzu zerstreuen, und auch eine gröfsere Quantität derselben in Frei-heit gesetzt wird. Entladet man das Elektrometer in der Höhe,so bringt man es mit dem Erdboden ins Gleichgewicht, indemman das überschüssige -|- E ableitet, darum bleibt aber immernoch —E durch das -f-E der umgebenden*Luftschichten gebun-den. Bringt man das Elektrometer schnell aus der höherenLuftschicht abermals auf seinen vorigen tieferen Standpunct, sobefindet es sich dann in einer weniger positiv elektrischen Luft-schicht , deren -j- E demnach das — E nicht mehr so vollkom-
i