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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Luftelektricität.

in dem Verhältnisse, in welchem sie von einander entfernt wer-den. Auf eine analoge Weise lassen sich alle übrigen Versu-che Ehman’s auf eine befriedigende Weise erklären durch dieAnnahme einer positiv-elektrischen Spannung der Luftschichten,die mit der Höhe zunimmt, wodurch diese Erfahrungen selbstvielmehr einen neuen Beweis für die Realität der atmosphäri-schen Elektricität abgeben und nur darthun, dafs manche Er-scheinunsen am Elektrometer vielmehr einer vertheilenden Ein-Wirkung, als einer Mittheilung derselben zuzuschreiben sind.

Während sich Eiimas blos auf skeptische Bemerkungenbeschränkte, ging Prechtt. viel weiter. Indem er die gang-bare Theorie von der atmosphärischen Elektricität für ganz un-genügend ansah, erdachte er eine ganz neue Theorie der elek-trischen Meteore, welche die herrschende Ansicht gleichsamauf den Kopf stellte, insofern sie gerade im Widerstreite damitdie Elektricität von der Oberfläche nach der Höhe zu als abneh-mend ansieht und auf eine sinnreiche Weise aus dieser einfa-chen Voraussetzung die mannichfaltig abgeänderten Erscheinun-gen der Elektricität ableitet. Prechtu nimmt, wie die meistenPhysiker, ein feines, elastisches, dem Wärmestofie ähnlichesFluidum als das wirkende in den elektrischen Phänomenen an.Jeder Körper, der einen Theil dieses Fluidums enthält, kannals das Centrum von elektrischen Ausflüssen betrachtet werden,ist daher stets von einem Nimbus oder einer Atmosphäre diesesFluidums nmgeben, und die Verschiedenheit der elektrischenErscheinungen scheint von der verschiedenen Dichtigkeit undDimension der elektrischen Atmosphäre, mit welcher ein Kör-per in Beziehung auf andere umgeben ist, abzuhängen. Einesolche elektrische Atmosphäre umgiebt, wie alle Körper, so auchdie Erde selbst; ihre Dichtigkeit ist die gröfste unmittelbar überder Erdfläche und vermindert sich in genauem Verhältnisse derEntfernung vom Mittelpuncte. Man darf sich daher diese At-mosphäre in eine unendliche Menge concentrischer Lagen abge-theilt denken, von denen jede der Erde näher liegende stärkerelektrisch ist, als die unmittelbar höhere. Den elektrischen Zu-stand der einzelnen Schichten nennt Prechti, absolute Elektri-cität , weil sie an und für sich unabhängig vom menschlichenErkenntnifsvermögen existirend gedacht wird und für uns dar-um nicht erkennbar ist; relatiye Elektricität hingegen lieifstdie elektrische Einwirkung einer Schicht auf eine andere von