I. F. Relchardts vertraute Briefe.
277
was sich ihm wirklich in der Person darstellt. Hie-durch werden solche Briefe nicht, wie viele ähnlicheSchriften, bloße Befriedigung der Neugier, sondernder Nachwelt würdig, der es um die Unbefangen-heit der Berichte vornehmlich zu thun ist.
Der dritte Band enthält dreizehn Briefe, derenvollständigen Auszug zu geben überflüssig ist: wirbegnügen uns einige hervorstechende Züge der be-handelten Gegenstände herauszuheben.
Der Verfasser sah den Staatschef bei einer Privat-messe, die er wie ein anderes nöthig erachtetes Cc-remoniell zu betrachten schien. Sehr thätig ist fürihre Sache die Geistlichkeit, besonders weil Andachtund Scheu ihre einigen Finanzquellen sind, aberbei der Nation scheint nicht sonderlich Empfänglich-keit für alten Katholicismus. Der öffentliche Un-terricht beschränkt sich immer mehr auf mechanische kör-perliche Dinge (Fertigkeiten ohne Theilnahme desHerzens, welches bei der ausschließlichen Vorliebeder sogenannten höhern Wissenschaften eigentlich leerausgeht). Die deutschen Blätter werden mit Wi-derwillen betrachtet, „weil sie überall philosophische„und politische Ideen anbringen" (S. LSt). DieAnstellung verschiedener Gelehrten bei StaatSämtern,wo bekanntlich der Spielraum ihrer Wirksamkeitsehr genau abgemessen ist, entreißt sie der Wissen-schaft, so daß sie (2ZS) endlich nur die Kunst üben,Entdeckungen und Ausarbeitungen großer, in derStille fortarbeitender Männer, bunt ausgeschmückt,nach ihrer und ihrer Lenker An- und Absicht, derWelt vorzulegen; und wie leicht wird anbei der be-rühmte Name als Autorität für schlechte Zwecke be-nutzt! Uebrigens werden von Co n dorret, Suard,Morellet, Delille, Vauquelin, Chaptal,la Gränze und andern Gelehrten interessante