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Briefe an Freunde II : ; Briefe an Freunde III. ; Briefe an Freunde IV / Johannes von Müller ; herausgegeben von Johann Georg Müller
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I. §. Reichardts vertraute Briefe.

wären für besseren Unterricht, ächte Kunstbildungund Nationalmonumente im edlen Sinn der Römerund Griechen benützt worden, was für ein begeistern-des Beispiel! Jetzt sind durch den tollen Gang verSache alle Begriffe mehr als je verworren, allerEifer für weise Reformen ersticht, aller Muth undGeschmack für große, schöne, bleibende Unternehmun-gen erloschen. Das eine Zerstreuungs-Mittel bleibteinem teilnehmenden Menschen, das Theater, und wie-der Theater, und immer wieder Theater!" (S. 186 f.)Die Kritik desselben füllt einen guten Theil dieserBriefe, ist aber unterrichtend.

Einige in verschiedener Rücksicht merkwürdigeAktenstücke sind ganz aufgenommen: die Apologiedes Abbö Geoffroi S.135, wegen seines Urtheilsüber die Demoiselle Duchenois und Georges,deren Vorzug nun die Parteien eben so ernstlichbeschäftiget, wie vor wenigen Jahren die Monarchieund Republik einige kleine Gedichte (Friedrich wirdnun um seine Loblieder bestohlen), auf daß die er-kälteten Musen unter veränderter Ueberschrift siefür den Helden unsrer Jahre benutzen (S. itzo), derKüchenzettel des Restaurateurs Verv S. 198 lehr-reich zeigend, wie man es machen muß, um sichvom Nachdenken zu zerstreuen, und durch physischeUeberladung den innern Sinn zum Schweigen zubringen; ein Aufsatz über die Stereotypie.

Wenn eine so lebendige Nation, deren Feuerfür die größten Worte vor kurzem das allgemeineErstaunen erregte, durch einen festen Willen soschnell auf den Grad um oder herunter gestimmtwird; in welche wüste Barbarei müßten Menschenversinken, in deren Brust vollends kein so elektri-scher Funke glüht! Doch, Maturität macht festerals Prunk; und so wenig andere so bezaubert halieü.