282 Haupt- und Staatsslttensplegel
welches zu untersuchen Bicetre der schicklichste Ortzu seyn schien. Eine in der That wohlthätige Ver-fügung, die ihn aus einem ungeheuren Gewirrevon Prellereien und Kupplereien herausgebracht;möchte er nur nicht (wenn von Abenteuern einesdeutschen Edelmanns erlaubt ist, ein altdeutschesSprüchwort zu gebrauche») aus dem Regen in die §Traufe gekommen seyn! Die kunstvollen Maßregelnder Panscr Polizei verwickelten ihn bald in solcheVerhältnisse, daß der letzte Betrug ärger als dererste ward. Jedoch, nachdem er mehrere Jahre dasEinkommen vorn väterlichen Gute vorausgenoffen,auch wohl einige Zehenten und Grundstücke mobilgemacht, so erschien endlich die lohnende Glückssonne,da er den Gewalthaber kurz vor seiner Erhöhungüber alle Könige in den Niederlanden sah, und ver-uahm, daß ihm angenehm seyn werde, ihn zu Pa-ris zu sehen. Wie der Junker nun von Freiheits-schwindelei durchaus geheilt, im Gefolge und Genußdes prachtvollen Hofes das übrige deutsche Geld unddie altfränkische Gesundheit des Stammes von derEiche vollends dem Ton zum Opfer gebracht, istgegen Ende des Büchleins erbaulich zu lesen. Fürfeine Friedrichsd'or und sein gesundes Blut ist er,was nicht jeder, doch zum Verstände gekommen. DieMenschen, findet er, sind nun einmal so klein underbärmlich, dass sie nur immer im gegenwärtigen Au-genblick lebend Weiß man ihnen den, wenn auchuur mit leeren Hoffnungen, die ihrer Trägheit undEitelkeit schmeicheln, zu versüßen, so lassen sie sich ,willig von einem Tag zum andern hinhalten, undverlieren bald das Ganze so aus den Augen, daß siezuletzt gar nicht mehr wissen, was sie gewollt haben.Wenn denn anderseits solch ein Mann, der gewißweiß, was er will, und der seinen Zweck immer nüch-tern vor Augen behalt, jeden Augenblick, den die