22 Einleitung.
Wissenschaft sich vervollkommnen und verbreiten wird,desto weniger Folgesätze wird man hinter den Principienherzuführen brauchen: denn diese Folgesätze werden insAuge springen. — Jedermann wird sie selbst abzuleiten undanzuwenden verstehen. Eine Darstellung der Nationalöko-nomie wird sieh alsdann auf eine kleine Zahl von Princi-pien reduciren, die sogar einer unterstützenden Beweisfüh-rung entbehren können: weil sie nur der Ausspruch dessenseyn werden, was Jedermann wissen wird: — zum Behui'eder lieb ersieht des Ganzen und des Ineinandergrcifcns allerTheile in schickliche Ordnung gebracht.
Die Mathematik vermag die Probleme der Natio-nalökonomie nicht zu lösen.
Allein vergebens würde man dieser Wissenschaft da-durch mehr Schärfe und einen sicherem Gang zu gebensuchen, dafs man zur Lösung ihrer Probleme die Mathema-tik benutzte. Die Werthe, womit sie sieh beschäftigt,sind eines Mehr oder Weniger fähig, und gehören folg-lich, dem Anscheine nach, ins Gebiet der Mathematik; abersie unterliegen zugleich der Einwirkung der Kräfte, der Be-dürfnisse und des Willens der Menschen. Nun kann manaber zwar die Richtungen dieser verschiedenen Thätig-keiten kennen; allein eine haarscharfe Berechnung ihrerEinwirksamkeit ist unmöglich. Daher der Grund, wesshalbsie nimmermehr für eine strenge Zahlenberechnung irgendeine Ansatzgrüfse liefern können. Ja, es kann der Be-obachter niemals davon Gewissheit erlangen, dafs nicht ir-