Band 
Erster Band.
Seite
395
JPEG-Download
 

Abth. I. Cap. a.

3 9 5

•weil hier schlechthin keine Menschenarbeit vorkömmt, unddurchaus kein stehendes Capital, wofür ein Zins zu bezahlenwäre; und weil denn doch die Eigenthümer der Heerdenunstreitig einen Vortheil daraus schöpfen: da sie dieselbenfreiwillig dahin schicken.

Dieses Beispiel dient uns nicht blos zum Belege, dassdie Vegetativkraft der Erde, bei einem bestimmten Zuständeder Gesellschaft, abgesehen von jederlei darauf verwandterArbeit, und unabhängig von irgend einem darein gestecktenCapital, einen Werth haben könne; sondern auch zur Ab-schätzung des Zuwachses, welchen, durch ein solches Ca-pital und solche Arbeit, die Productivkraft des Bodens er-langt. Die Abgabe, welche die neapolitanische Begierung,von jenen Thieren, bezieht, beträgt, nach Castellan*),in Summa 4 - 5 ,600 Ducaten (1,800,000 Franken). Dies istder Brutto-Ertrag einer ganzen Provinz, die, wenn sie an-gebaut wäre, den Grundeigentümern 32 Millionen an Pacht-schillingen abwerfen könnte; ohngefähr ebensoviel ihren Päch-tern**): ausserdem eine Handarbeiter-Menge von zwei- bisdreimal hunderttausend Seelen ernähren; und, ungerechnetdiese völlig neue Production ***), würde die Begierung, wel-che aus diesem Tavogliere, in seiner jetzigen Gestalt,nur 1,800,000 Franken zieht, alsdann, im Steuerwege —und sogar bei einer milden Steuertaxe — vier- bis fünf-mal so viel schöpfen. Dies zu veranstalten, würde keineBegierung unterlassen, die etwas von derNational-Oekonomieverstünde. Leicht würde sie Gesellschaften finden, welchedie nötigen Capitale vorschössen, wofern man ihnen nurden Boden hypothekarisch versicherte.

*) Lettres sur l’Italie: Bd. I. S. 2O2.

**) dämlich am Industrie-Unternehmungs-Gewinnst. M.

***) d. !i. so viel bliebe den genannten Producenten rein in derHand, — nach Abzug der [von ihnen zu bezahlenden Steuern.

M.