178 Bucu. IIL Cap. 11.
Die Zinsen sind kein neuer Werth, der in den Um-lauf gestürzt wird.
Wenn man ferner behauptet * *), dass die jährliche Cir- Nculation um den Betrag der Zinsen bereichert werde, welcheder Staat jährlich darein stürzt, so übersieht man, dass dieseZinsen nichts Anderes sind als Jahresproducte, — ein Theilder Jahres-Einkünfte, welche von einem Steuerpflichtigenerhoben wurden, und gerade ebenso in den Umlauf ge-kommen wären, wenn keine Staatsschuld existirt hätte.Der Steuerpflichtige würde sie ausgegeben haben; statt dasses jetzt der Rentner thut. (Siehe die Tabelle, am Schlüssedieses Capitels.)
Der Einkauf von Staatspapieren ist keine productiveCirculation, sondern blos eine Ablösung des einen Staats-gläubigers durch einen anderen. Artet er in Agiotage aus,das heisst, sucht er blos durch den Glückswechsel des Auf-oder Abschlagens zu profitiren, so wird er sehr schädlich:denn einmal beschäftigt er dann das Circulationswerkzeug— das Geld , welches einen Bestandteil vom Gesammt-Capitale bildet, auf eine unproductive Weise; und dannverhilft er, so wie alle Spiele, Keinem zu einem Gewinne,der nicht für irgend Jemanden ein Verlust wäre. Da desAgioteurs Industrie durchaus kein nützliches Product ab-wirft, und durchaus keinen Gegenstand für den Umsatz her-vorbringt, so lebt er nicht von seinem Einkommen, son-dern auf Kosten anderer Spieler , welche minder gewandt,oder minder glücklich, sind als er.
Ob das Rcdürfniss des Aufborgens vorteilhaft aufdas Benehmen der Regierung wirke.
Man kat gesagt, dass eine Staatsschuld alle Staatsgläu-higer an das Schicksal der Regierung fessele, und dass die-selben, als deren wahre Glücks- und Unglücksgenossen,
durch ausserordentliche Eilboten, oder durch Telegraphen, erlheil-ten Notizen erhalten: diese Personen, sage ich, können, mittelstihrer Vertrauten, im Voraus Einkäufe und Verkäufe abschliessen,welche den Ruin derer Spieler herbei fuhren, welche nicht ebensoinformirt sind.
*) Dasselbe Werk: Seite i3.