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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Geschiehto der Statik.

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Dieser äufserst wichtige Satz war nicht nur, wie bereitserwähnt, dem Stevin und Galilei bekannt, sondern selbstdie alten Griechen haben ihn gekannt, und bei besondern Ge-legenheiten angewendet. Die sogenannten Quaesiiones me~chanicae des Aristoteles sind zwar im Allgemeinen vonsehr geringem Werthe, wie er denn z. B. die Erscheinungendes Hebels aus den wunderbaren Eigenschaften des Kreisesableiten will, aber dessen ungeachtet wird von ihm das Gesetzder Zerlegung der Kräfte, sowie das von den virtuellen Ge-schwindigkeiten bereits angegeben, ohne jedoch, wie es scheint,die Wichtigkeit desselben einzusehen. Auch bedienten sichdie Geometer desselben Gesetzes zur Beschreibung der krum-men Linien, wie AKCiiiMEnES für die Spiralen, Nicowedesfür die Muschellinie u. s. w. Auch unter den Neueren hatder bereits erwähnte Roberval, einer der ersten Begründerder Differentialrechnung, seine Methode, Tangenten an krum-me Linien zu ziehen, ganz auf dieses Gesetz gebaut, Gali-lei aber hat es in seinen berühmten Dialogen zuerst auf dieMechanik angewendet, um dadurch die Bahn der schief ge-gen den Horizont geworfenen Körper zu bestimmen, sowieendlich Varignon es zuerst in die Wissenschaft, als Basisderselben , eingeführt hat.

Die Einfachheit dieses Princips und die Leichtigkeit sei-ner Anwendung auf alle Probleme des Gleichgewichts ver-schaffte demselben bald einen allgemeinen Eingang. In derThat sind auch alle Abhandlungen, die seit Varignon’s Schrifterschienen , auf dieses Princip gebauet, die Mechanik des La-grange allein ausgenommen, die übrigens auch beinahe aufjeder Seite davon Gebrauch macht. Man hat es seitdem aufverschiedene Weise zu beweisen gesucht. Newton absolvirtdie Sache mit wenig Worten in der Einleitung zu seinen Prin-cipien , und vielleicht mit Recht, da ein Princip, als solches,keines eigentlichen Beweises bedarf. Allein andere waren derAnsicht, dafs der durch dieses Princip aufgestellte Satz nichtschon an und für sich einleuchte, und daher eines Beweisesnicht entbehren könne. Daniel Bernoclli gab zuerst einensolchen und zwar einen sehr sinnreichen, aber auch langenund zusammengesetzten 1 . Ihn suchte nachher d’Alembert in

1 Connnentarii Soc. Petrop. T. I. j