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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Mechanik.

als eine neue Kraft »ngeseho werden, die immer in der Tan-gente der Dahn des Körpers liegt, und eine der Bewegungdes Körpers entgegengesetzte Richtung hat, und so fort in al-len ähnlichen Fällen, wo überall die Anwendung der vonNewtoh oder auch der von Maclauiux gegebenen Methodekeine weitere Schwierigkeiten hatte.

AUein ganz anders verhielt sich die Sache, wenn mandiejenigen Bewegungen der Körper bestimmen wollte , die durcheinen gegenseitigen Druck oder Stofs auf einander wirken,entweder unmittelbar oder auch durch Stangen oder Fäden,welche diese Körper unter einander verbinden, kurz, wenndiese Körper auf eine solche Weise Zusammenhängen, dafs sieden äufsern, auf sie einwirkenden Kräften nicht mehr frei ge-horchen können, sondern auch unter einander wirken, unddurch Druck, Zug oder Stofs die erhaltenen Bewegungen mo-dificiren und mannigfaltig abändern, ln diesem Falle sind dieeigentlichen, auf jeden einzelnen Körper des Systems wirken-den Kräfte noch unbekannt, man kann sie daher auch nichtnach irgend einer Richtung zerlegen und die oben erklärteMethode bleibt unanwendbar.

Unter diesen Problemen erhielt vorzüglich eines, das desMitlelpuncts des Schwunges (Centrum oscillationis ) eine Artvon Berühmtheit schon seit dem Anfänge des 17. Jahrhunderts,da die gröfsten Mathematiker jener und der nächstfolgendenZeit nicht damit zu Stande kommen konnten , und da man esvorzüglich den Bemühungen dieser Männer um die Aullösungdieses Problems verdankt, dafs die Mechanik so rasche undgrofse Schritte zu ihrer Vollendung gemacht hat.

Wenn eine unbiegsame Linie ohne Masse und Schwere anihrem höchsten Puncte befestigt und an ihrem tiefsten Puncte miteinem kleinen Körper, den man als einen körperlichen Punctansehen kann, beschwert wird, so hat man das sogenannte ein-fache Pendel , dessen Oscillationen blofs von seiner Länge,d. h. von dem Abstande jener beiden äufsersten Puncte desPendels abhängen. Wenn aber mehrere schwere Körper oderkörperliche Puncte, durch unveränderliche, schwerlose Linienoder Stangen unter einander verbunden sind, und wenn die-ses System von körperlichen Puncten in einem dieser Punctean einer fixen, horizontalen Axe befestigt und um diese Axein schwingende Bewegung gesetzt wird, so hat man ein %u-