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Meer,
liegenden Schichten des Meeres getrieben, fortwährend tieferin die Erdkruste eindringe. Eine völlig genügende Widerle-gung dieser Hypothese könnte nur auf eine genaue Kenntnifsder tiefer liegenden Erdschichten und Felslagerungen , kurz aufeine genaue Kenntnifs der Beschaffenheit unserer Erde bis zuunerreichten und wahrscheinlich unerreichbaren Tiefen gegrün-det werden, die jedoch namentlich in Beziehung auf die aus-gedehnten Strecken unter dem Meeresboden gänzlich aufserdem Bereiche der Möglichkeit liegt. Minder gewichtig wur-de das Argument seyn , wenn man annehmen wollte, dafs einTheil des Wassers zur Bildung fester Körper auf den trock-nen Theilen des Erdballs verwandt werde; denn gesetzt auch,die Eisberge und Gletscher erhielten eine allmälige gröfsereZunahme, als aus den Beobachtungen hervorgeht (da eineVermehrung des Polar-Eises gar nicht in Betracht kommenkann, weil ein dieser proportionaler Theil in das Wasser her-abgedrückt werden und dieses daher wieder zum Steigenbringen miilste), so wäre dieses eine durchaus unbedeutende,keine wahrnehmbare Folgen äufsernde Sache. Sonstige, ausden Bestandtheilen des Wassers gebildete Körper sind kaumaufzufinden, da eine Vermehrung der organischen Stoffe wäh-rend der historischen Zeit durch nichts begründet wird undaufserdem die ganze Masse derselben, wenn sie aus dem vor-handenen Wasser ihre Bestandteile genommen hätten, keinemerkbare Verminderung der Meere verursacht haben könnte 1 .Das Eindringen des Wassers in die tiefem Lagen der Erd-kruste , auch ohne das oft angegebene Hülfsmittel grofser vor-handener Höhlen, ist demnach als die einzige nicht allzu un-wahrscheinliche Ursache eines allmäligen Sinkens des Meeres-spiegels zu betrachten. Obgleich jedoch diese Hypothese, fallssie jemand aufstellen wollte, nicht absolut widerlegt werdenkann, so wird sie doch in einem hohen Grade unwahrschein-lich, wenn man berücksichtigt, dafs man bei tiefem Grabun-gen stets auf festes Gestein kommt, welches kein Wasser mehrdurchläfst, und dafs die vorhandenen lockern Massen und
1 Beide Mittel als Ursachen der steten Verminderung des Mee-res vertheidigt Lor. Luigi Linussio in G. XXXI. 323. Vergl. Con-jectures sur la diminution apparente des eanx sur notre globe, Par leCitoy. Salvrrte. Par. 1799.