1598
Meer.
abgestürzte Geschiebe zu halten. Aufserdem werden eben vonden schwedischen Küsten viele anderweitige Thatsachen an-geführt, die vielmehr ein Steigendes Meeres oder mindestensein Gleichbleiben seiner Höhe beweisen sollen. Die nach ih-ren Jahrringen über dreihundert Jahre alten Fichten dicht überdem Spiegel des finnischen Meerbusens müfsten ursprünglichunter dem Wasser gewachsen seyn, was unmöglich ist, dasFundament der Schlösser von Sonderburg und Abo wäre nachder Annahme von Celsius im Wasser erbaut, und Browal-lius führt sogar an, dafs an der schwedischen Küste zwei bisdrei Ellen unter dem Wasserspiegel eingewurzelte Baumstämmecefunden worden sind, in deren einem ein verrostetes Messer
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steckte. Ferner steht eine im Anfänge des 11. Jahrhundertserbaute Kirche zu Naglum nur zwei Ellen über der Meeres-fläche, die Trümmer von Alt-Lödese anderthalb Ellen, undder Ilylöseholm, auf welchem 1473 die Stadt Göthaham an-gelegt wurde, liegt fast im Spiegel des Meeres. Auch vonsonstigen Puncten entnommene Zeichen streiten gegen ein Sin-ken des baltischen Meeres. Die schon in Urkunden von 1280erwähnte kleine Insel Saltholm unweit Kopenhagen wird imWinter überschwemmt und dient blofs im Sommer zu Vieh-weiden, müfste also früher ganz unter Wasser gewesen seyn.Aus den genauen, durch Rawekt und Gaarlieb 1 auf Born-holm in dieser Beziehung angestellten Untersuchungen gehtzwar hervor, dafs der Wasserstand um dieselbe in frühemZeiten höher war, allein dieses reicht über die Zeit der Ge-schichte des Nordens hinaus und in der spätem Periode hatsich der Stand des Wassers nicht geändert. Namentlich gehtauch aus den neuesten, zu Fillau mit gröfster Sorgfalt ange-stellten Messungen sicher hervor, dafs dort der Spiegel derOstsee in 19 Jahren von 1815 bis 1833 sich durchaus nicht
geändert hat 2 .
Wie treffend aber auch diese Argumente seyn mö’gen, diesich durch viele andere noch leicht vermehren liefsen, so sinddie Beweise für das Gegentheil doch so überzeugend, dafsselbst die besonnensten und gewiegtesten Forscher die Ueber-
1 Bomholm beskreven pan en Reise in Aaret 1815. KiöVenhafn1819.
2 S. Bakkasch in PoggendoriTs Ann. XXXVI, 209.