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gemacht, die am Tempel des Jupiter-Serapis beiPuzzuoli wahr-genommen worden sind, indem sich ganz unverkennbare Spuren,namentlich die Einbohrungen der Pholaden in die Säulen, fin-den, die nicht anders als aus der Annahme eines bald hö-hern, bald niedrigem Wasserstandes erklärt werden könnenund daher, indem sie beides zugleich beweisen, auch mitbeiden zugleich im Widerspruche stehn müssen. Natürlichwar man daher zuerst bemüht, den Thatbestand genau aus-zumitteln, und da die vorhandenen Spuren keine Mifsdeutungund selbst keinen Zweifel zulassen, suchte man den Wider-spruch durch eine angemessene Hypothese zu beseitigen 1 2 . Ei-nige waren der Meinung, die Säulen hätten vor ihrer An-wendung zu diesem Tempel, oder wahrscheinlicher Bade-hause, schon eine anderweitige Bestimmung gehabt, wo sieoben von den Pholaden im Spiegel des Meeres angebohrtwerden konnten, nach ihrer gegenwärtigen Benutzung habesich aber der Boden wieder gesenkt, und hierdurch seyen al-so die drei in ungleicher Höhe über einander befindlichenZeichen der jedesmaligen Wassergrenze entstanden. Gimber-KAT 2 suchte Auskunft in der Hypothese, eine benachbarteSalzquelle habe für eine gewisse Zwischenzeit einen See ge-bildet, dessen Wasser bis zu derjenigen Höhe gestiegen sey,wo die dem Meere zugehörigen oder mindestens nur in Salz-wasser lebenden Pholaden die Spuren des Zernagens zurück-liefsen. Sickler 3 * 5 6 setzt die Thatsache mit einem frühemhohem Stande des mittelländischen Meeres zusammen, wo-nach dann der Durchbruch bei Gibraltar erst in die Zeit vonetwa 550 Jahren vor Christi Geburt gesetzt werden müfste,was v. Hoff mit Recht als ganz unhaltbar verwirft. Nachden Untersuchungen des Letztem machten zuerst CoChin undBellicard* auf die räthselhafte Erscheinung aufmerksam,nachher theilten Abtonio Paoli* und Pita® ihre ßeobach-
1 V. Hoff a. a. 0. Th. I. S. 455. u. Th. Itf. S. 328. hat diesen fürdie Geognosie und die Physik höchst interessanten Gegenstand ausführ-lich behandelt.
2 Biblioth. iiuir. 1819. p. 285. 3 Curiositäten. Th. V. S. 120.
4 Observations sur les Antiquitäs d'llerculanum. Par. 1755. p. 82.
Vergl. Phil. Trans. T. L. p. 160.
5 Antichitä di Puzzuoli. Tab. 15.
6 Memorie della Soc. Ital. T. IX. p. 199.