Salzigkeit desselben. 1619
15. Beschaffenheit des Meer was s ers.
16) Das Seewasser hat einen eigentümlichen Geruch ,wodurch die Nähe des Meeres sich schon auf einige, wenngleich nicht beträchtliche Entfernung kenntlich macht. Der-selbe läfst sich nicht beschreiben , irti Allgemeinen ist er je-doch nicht eigentlich faulig, obgleich er daran grenzt und zu-gleich etwas Scharfes hat, so dafs er reizbaren Personen un-angenehm werden kann. Die Ursache desselben liegt in derAusdünstung, die durch die zahllose Menge der darin leben-den und zum Theil verwesenden Geschöpfe erzeugt wird, wo-bei man sich jedoch nicht ausschließlich auf das Thierreichbeschränken darf, indem vielmehr auch die llestandtheile desPllanzenreichs einen bedeutenden Einfluß darauf haben, wiemir schon durch die eigenthümliche Beschaffenheit desselbenangedeutet zu seyn scheint.
17) Der Geschmack des Seewassers ist widerlich wegenseiner Salzigkeit und der damit verbundenen Bitterkeit. DieUrsache der letzteren liegt nicht in beigemengtem Erdharze,wie noch Mahsigli glaubte, sondern in den aufgelösten Bit-tersalzen. Alle ältere Bestimmungen, die Bergmann 1 2 gesam-melt hat, sind wegen ihrer geringen Genauigkeit ganz werth-los; in den neuern Zeiten hat man aber die Bestandteile desSeewassers theils unter ungleichen Breiten, theils aus unglei-dien Tiefen mit großer Genauigkeit auszumitteln gesucht. Umdas zu den Analysen erforderliche Wasser aus der Tiefe zuerhalten, bedient man sich eigener Maschinen, die in frühemZeiten und noch gegenwärtig zugleich auch zur Ermittelungder Temperatur an jenen Stellen benutzt werden. Der ältesteApparat, dessen man sich zu diesem Zwecke bediente, das so-genannte Buchet Sea-gage, beschreibt IIales 2 aß einen blo-ßen Eimer mit zwei in einem geeigneten Abstande von ein-ander befindlichen Böden, deren jeder ein etwa 4 Zoll weitesrundes Loch hat. Diese beiden Oefl’mingen sind durch Deckelverschlossen , welche mit einander durch eine dünne Eisen-stange Zusammenhängen und sich demnach gleichzeitig öffnenund schließen. Beim Herablassen des Apparats sind beide Klap-
1 Ile aqua pelagica. In Opusc. T. J. p. 179.
2 Thilos. Trans, for 1750. T. XLVII. p. 213.