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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Durchsichtigkeit und Farbe.

falls diese Hypothese an, indem er sagt, dafs einige Gelehrte,z. B. La Hire 1 und v. Goethe 2 , das Blau des Himmels alsdas Schwarz des Baumes, getrübt durch Dünste, betrachtenund dafs sie diese Erklärung auch auf die blaue Farbe desMeeres anwenden könnten ; allein die Aehnlichkeit beider Er-scheinungen abgerechnet dürfte diese Theorie jetzt schwerlichnoch Beifall finden. Nach v. Humboldt sind die Meere derTropen von einem reinem und stärkern Blau, als die Meereunter höhern Breiten, ein Unterschied, welcher sich nament-lich beim Golphstrome wahrnehmen läfst. Auffallend findetderselbe ferner die schnellen Veränderungen, welche die Farbedes Meeres bei heiterem Himmel und ohne den geringstenWechsel in der Atmosphäre erleidet, indem mitten im weitenBecken des Aecpiinoctial - Oceans die indigblaue Farbe des-selben ins dunkelste Grün und von diesem in Schiefergrünübergeht. Wenn aber ferner behauptet wird, die blaue Tintedes Oceans sey vom Reflex des Himmels beinahe unabhängig,indem auch dann die blaue Färbung bleibt, wenn Lei schö-nem Wetter mehr als vier Fünftheile des Himmels mit leich-ten weifsen und zerstreuten Wolken bedeckt sind, so läfstsich dieses wohl zunächst nur daraus erklären, dafs in jenentropischen Gegenden bei groTser Reinheit der Atmosphäre dieIntensität des Lichts nur wenig durch das leichte Gewölk, derweiten Ausbreitung ungeachtet, geschwächt wird; denn Sco-resiiy sagt dagegen, dafs ein bedeutender Theil der Färbungdes Meeres auf Täuschung beruhe 3 und vom Einflüsse derSonne sowohl als auch der Färbung der Wolken abhänge, sodafs, von der Ferne gesehn , die Farbe des Meeres mit der derWolken wechselt und selbst leichte Wolken eine bräunlicheoder schwärzliche Färbung erzeugen. Im Ganzen erstreckt sichjedoch dieser Einflufs vorzüglich nur auf einen Wechsel dertiefem oder hellem Färbung, indem das eigentliche Blau desSeewassers unter allen Umständen, bei Windstille und Sturm,heiterem oder trübem Wetter, Reinheit oder Bedecktheit desHimmels bleibt. Diese Behauptung würde jedoch mit denErfahrungen aller andern Beobachter im Widerspruch stehn,

1 Mein, de l’Acad. T. IX. p. 615.

2 Farbenlehre. Bd. I. S. 59.

3 Dieses sagt wohl nichts anderes, als sie sey subjectir.

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