Leuchten desselben.
1733
Gegen diese Hypothese, namentlich in ihrer Anwendungauf die Crustaceen, erklärt sich Gilbeht*. Das Ausscheidenvon irgend einem brennbaren Gas, meint er, sey noch niemalsin der Thierwelt beobachtet worden und das Phosphorwasser-stoflgas entzünde sich nur erwärmt beim Zutritte der atmosphä-rischen Luft, aber nicht in der gewöhnlichen Temperatur kal-ter Länder, auch könne ein Schalthier nicht so, wie derdurchsichtige Körper der Schleimthiere, bei LichtabscheidungIm Innern durch Athmen leuchten, es sey denn dafs man dieHülle bei diesen mikroskopischen Thierchen für durchschei-nend halten wollte. Da man eine Transparenz solcher dünnenSchalen so leicht annehmen kann , so ist damit dieses letzteArgument von selbst beseitigt und auch die beiden ersten sindkeineswegs schlagend. Secretionen von blofs brennbarem Gasekommen in der Thierwelt genug vor und der Phosphor leuch-tet in noch niedrigerer Temperatur, als worin man das Leuch-ten des Meeres beobachtet hat. Ganz etwas anderes ist jedochdie Ausscheidung desjenigen speciellen PhosphorwasserstofTgas,welches beim Zutritt von sauerstoffgashaltiger Luft durch Ent-zündung leuchtet, und noch obendrein ein Freiwerden durchRespiration , was wohl mit den Gesetzen der thierischen Oe-konomie unvereinbar ist, nicht zu gedenken, dafs das Leuch-ten meistens oder häufig unter Wasser geschieht, wo keinfreies SauerstofFgas znr Entzündung vorhanden ist.
G6) Dafs das Leuchten des Meeres, mag es nun aus-schließlich von lebenden Thieren und deren belebten Eier-stöcken herrühren, wie Tilesius behauptet, wonach der Zu-stand des Lebens zugleich Bedingung des Leuchtens ist,oder zugleich auch durch Mittheilung der den Thieren ange-hörenden leuchtenden Substanz, wie auch zur Fäulnifs über-gehender thieiischer Stoffe an das Meerwasser, erzeugt werden,unter die allgemeine Classe der Phosphosescenz gehöre, dieauch bei Landthieren, dem leuchtenden Holze und sonstigenphosphorescirenden Substanzen wahrgenommen wird, die nichtvon Kunkel’schem Phosphor und dessen langsamer Verbren-nung herrührt, sondern als eine eigentümliche und noch kei-neswegs hinlänglich erklärte Lichtentbindung zu betrachten ist 1 2 ,
1 G. LXt. 164.
2 S. Lic/U. S. 25S.