Wellen.
1745
tiefsten Fnncte bis wieder dahin messen, was übrigens imWesentlichen keinen Unterschied macht, soll nach Bremos-tier das Vierfache ihrer Höhe betragen. Ist dieses Verhält—nif* zu klein, so ist dagegen das durch die Gebrüder Weber 1bei ihren Versuchen im Kleinen gefundene = 500:1 wohlzu grofs und pafst auf jeden Fall nur auf eine im hinlänglichtiefen Wasser sich frei bewegende. Die oben erwähnte Mes-sung der Geschwindigkeit der Wellen durch Thomson giebtinzwischen ein Mittel, um die Breite gewöhnlicher Wellenmindestens annähernd zu bestimmen. Die Methode der Mes-sung setzt voraus, daTs unter den verschiedenen Lagen desSchilfes und des Logs diejenige zur Bestimmung der Ge-schwindigkeit benutzt werde, wobei sowohl das Logbret alssuch das Schiff sich gleichzeitig auf der Spitze zweier näch-sten Wellenberge befinden, und die Länge der Log-Linie giebtdann die Breite der ganzen Welle. Diese betrug bei den an-gegebenen Versuchen 510 Fufs, und da die Wellen, derenGeschwindigkeit gemessen wurde, mit grofser Wahrschein-lichkeit als von mittlerer Gröfse anzunehmen sind und dererfahrene Scoresby diese zu 12 Fufs ganzer Höhe annimmt,So gäbe 510:12 das Verhältnis 42,5:1. Aus der Verglei-chung dieser Bestimmung mit der durch Webeb gefundenenfolgt ferner übereinstimmend mit der Theorie, dafs das Ver-hältnis der Breite zur Höhe mit der Gröfse der Wellen ab-nimmt, und man würde also der Wahrheit vermuthlich nahekommen, wenn man dasselbe für die mittleren bis zu denhöchsten Meereswellen zu etwa 50 bis 20 annähme.
75) Da die Bewegung der Wellen in der erzeugendenFlüssigkeit bis zu bedeutenden Tiefen herabgeht, so mufs sienothwendig durch den Einflufs des Bodens bedingt seyn, wennsie diesen erreicht, und die nächste Folge hiervon ist, dafssie verzögert wird, weswegen die Wellen in zunehmend tie-ferem Wasser eine bedeutend vermehrte Geschwindigkeit er-halten. Die Länge der Wellen wächst, wenn sie sich freiausbreiten können, in welchem Falle dann ihre Höhe abnimmt,z. ß. wenn in der Mitte einer grofsen Wasserfläche 'Wellenentstehn, die sich kreisförmig um diesen Punct weiter aus-breiten. Das umgekehrte Verhalten findet statt, wenn der
1 Wellenlehre, S. 110.
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