Band 
Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
Seite
1769
JPEG-Download
 

1769

StrSmnngeö.

einem französischem in den Grund gebohrt wurde, dessen Trüm-mer im atlantischen Meere wieder zum Vorschein kamen 1 2 .Aufserdem hielt früher Wais 2 und neuerdings Pattos 3 , nebstvielen ändern, welche die Sache für ausgemacht ansahn, einensolchen untern Gegenstrom für eine nothwendige Folge derStarkem Salzigkeit des mittelländischen Meeres, wonach dieschwerere Flüssigkeit unten eine der obern leichtern entgegen-gesetzte Strömung annehmen mufs, ebenso wie die Luft in ein-geschlossenen Räumen durch jede gegebene Oeffhung in ent-gegengesetzter Richtung stets die kältere unten, die leichtereoben strömt, wobei noch aufserdem das bestehende Verhält-nis des gröfsern Salzgehaltes nur dadurch erhalten werdenkann, dafs stets ein Theil des salzigem Wassers wieder ab-fliefst, weil es sonst durch die stärkere Verdunstung und beifortdauerndem Zullufs des Seewassers aus dem atlantischenMeere einen weit höhern Grad der Sättigung erhalten müfste,als man gefunden hat. Man darf annehmen , dafs diese An-sicht allgemein herrscht. Neuerdings hat jedoch v. HofF 4 dieExistenz eines solchen Unterstromes als unverträglich mit derBeschaffenheit des Grundes in jener Meerenge bestritten undSpäter zur Widerlegung der ihm gemachten Einwürfe die Ge-gengründe möglichst stark hervorgehoben, wobei er ganz imWiderspruch mit Bergmann durch Berechnung zu zeigen sucht,dafs wegen der starken Verdunstung dieses Meeres, ungeach-tet des beständigen Einströmens, das Niveau stets niedrigerseyn müsse; ein Resultat, zu dessen absoluter Begründung je-doch die Thatsachen noch keineswegs hinlänglich ausgemitteltsind. Fafst man die in dieser Streitfrage aufgestellten Gründefür und wider das Vorhandenseyn eines Unterstromes kurz zu-sammen, so liegt allerdings in dem Felsgrate, welcher un-ter dem Wasser von Calpe bis Abila hinläuft und sich zwi-schen den auf beiden Seiten so sehr tiefen Meeren bis 11, aneinigen Stellen sogar bis 4 Faden unter der Oberfläche desWassers erhebt, ein unverkennbares Argument gegen die An-nahme eines Unterstromes, allein keineswegs ein absolut be-

1 Philos. Trans. N. 385. p. 191. Vergl. G. LXIII. 139.

2 Abhandl. d. Acad. zn Stockholm 1755.

3 Edinb. Phil. Journ. N. VIII. p. 243.

4 Geschichte der natiirl. Veränderungen d. Erdoberfläche n. s. w.Th. 1. S. 154. Th. UI. 3. 278.