Band 
Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
Seite
1771
JPEG-Download
 

1771

Strömungen.

auch allgemein angenommen wird * 1 , so kann man nicht wohlumhin, nach diesen verschiedenen übereinstimmenden Grün-den auch in der Meerenge von Gibraltar einen dem obern ent-gegengesetzt fliefsenden Unterstrom anzunehmen. Dabei ist esjedoch keineswegs nothwendig, dafs dieser die ganze Breiteder Meerenge einnehme und also auch da vorhanden sey, wodie Felswand am höchsten emporsteht, so wie v. Hoff dar-in gewifs Recht hat, wenn er aus der Langsamkeit der Be-wegung des gesunkenen Schifies folgert, dafs die Geschwin-digkeit des Gegenstromes der des Oberstromes keineswegsgleich komme. Uebrigens geht die Strömung von der Meer-enge bei Gibraltar aus an der ganzen Küste Africa's und Sy-riens bis nach Kleinasien fort, wo sie umkehrt und an dereuropäischen Küste eine entgegengesetzte Richtung erhält.

Es dürfte hier der gelegene Ort seyn, noch einmal aufden angenommenen , bereits oben (§. 3-) erörterten, niedrigemStand des mittelländischen Meeres zurückzukommen. Dafs dasNiveau des Wassers in der Spitze des arabischen Meerbusensbei Suez im Mittel gegen 27 Fufs höher sey, als bei Alexan-

Iiieraus folgert Woli.aston , dafs nothwendig ein Unterstrom vorhan-den seyn müsse, um das sehr salzhaltige Wasser dem Ocean wiederzuzufiiliren , nnd dafs dieser auch durch das grofse Gewicht des Was-sers 50 engl. Meilen von der Meerenge entfernt nothwendig bedingtwerde. Allein man darf mit Sicherheitannehmen, dafs wegen der stetenBewrgnng des Meeres und aus vielen sonstigen Gründen das Seewas-ser ein solches spec. Gewicht, als hier in der Probe No. 3 gefundenworden sryn soll, gar nicht haben kann, vielmehr mufs wohl nothtven-dig eine Verwechselung mit den Flaschen vorgegangen seyn, die we-gen des erfolgten Todes von Mahcet nicht sehr geachtet wurden, oderman miifste annehmen, dafs dieses Wasser zufällig über einem Salz-stocke geschöpft sey. Kurz das hier erhaltene Resultat ist auf jedenFall nicht beweisend. S. Phil. Trans. 1829. p. 29. Foggendorlf Aun.Th. XVI. S. 622.

1 V. Hoff sucht dieses Argument daduich zu entkräften, dafsüberhaupt die Ursache dieses verschiedenen Salzgehaltes des Seewassersnoch nicht bestimmt anfgefunden worden sey. Dieser Einwurf ist indefsnur scheinbar} denn der hierüber noch herrschenden Ungewifsheit un-geachtet ist doch ausgemacht, daTs das mittelländische Meer, welchesmehr Wasser au3 dem Oceane erhält, als es ihm zuführt, salzhalti-ger gefunden wird, di# Ostsee dagegen und das schwarze Meer; wel-che beide mehr Wasser abgebeu, als sie aus dem Oceane erhalten,salzarmer.