1782
M e r i d i a n.
Das Zeichen dieses Planeten ist §• Unter den Tafeln zurBerechnung seines Laufes sind diejenigen die besten, die sichin v. Libdehau’s investigatio nova orbitae a Mercurio circasolem descriptae etc. (Gothae 1813) befinden, welche nachden berichtigten Elementen und nach La Place* s Formeln be-rechnet sind.
B.
Meridian.
Meridianus ; Mcridien; Meridian ; ist die Flächedesjenigen gröfsten Kreises des Himmels oder auch der Erde,der durch die beiden Weltpole und durch den Punct geht,welchen der Beobachter auf der Oberfläche der Erde einnimmt.Oft versteht man auch unter dieser Benennung nur die Peri-pherie des Kreises, in welchem jene Fläche die Sphäre derErde oder des Himmels schneidet. Der himmlische und irdi-sche Meridian sind also concentrische Kreise, die in einer undderselben Ebene liegen und deren Mittelpunct zugleich derder Erde ist. Der irdische Meridian geht durch den Beobachterund seinen Antipoden; der himmlische Meridian geht durchdas Zenith und Nadir des Beobachters.
Nimmt man, mit den Alten, die Erde als feststehend an,so Ist auch der Meridian als eine feste Ebene zu betrachtenund der Himmel bewegt sich täglich von Ost nach West, bisalle seine Theile durch diesen festen Meridian gegangen sind,wo der Tag anfängt oder endet, wenn ebenderjenige Abwei-chungskreis 1 , den eben die Sonne einnimmt, durch den Me-ridian geht.
Nimmt man aber, nach den Neueren, den Himmel alsfest und die Erde als beweglich an, so ist auch der Meridianbeweglich und derselbe geht während des Laufes eines Tagesvon West nach Ost durch alle Theile des unbeweglichen Hiui-mels, wo dann wieder der Tag anfängt oder endet, wenn die-ser bewegliche Meridian eben durch denjenigen Punct desHimmels geht, in welchem die Sonne ist.
Unter beiden Voraussetzungen sieht man ,. dafs der Meri-dian durch den Beobachter bestimmt wird. Jeder Beobachter
1 S. Abweichung. Bd. I. S. 128.