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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Meridian.

Beobachters geht, ist es eben Mitternacht für diesen und füi alleandere Beobachter, die mit ihm in demselben Meridiane liegen.

Der Meridian theilt die ganze Sphäre des Himmels inzwei gleiche Theile, in die östliche und utesllicht Hemisphäre ;in jener gehn die Gestirne auf und in dieser gehn sie nnter.Der Durchschnitt der Ebene des Meridians mit dem Horizontedes Beobachters heifst die Miltagslinie. Derjenige Endpunctdieser Linie, der auf der Seite liegt, wo die Gestirne für unsihre gröfste Höhe erreichen, heifst Süd oder Mittag (Meri -dies; Midi ) und die entgegengesetzte Nord oder Mitternacht( Septentrio ; Minuit ). Die in der Mitte zwischen Süd undNord liegenden Puncte des Horizonts heifsen der Morgenpunctoder Ost (Orient, Orient, Leoant oder Est) und der Ab end-punct oder IVest (Occidens , Occident, Couchant oder Ouest).Jener liegt auf derjenigen Seite der Mittagslinie, wo die Ge-stirne aufgehn, und dieser auf der entgegengesetzten Seite, wosie untergehn. Der Ost- und Westpunct bilden demnach diebeiden Pole des Meridians .

Nach dem Vorhergehenden ist also der irdische Meridian(Miridien terrestre) eines Beobachters derjenige gröfste Kreisder Erdoberfläche, der durch die beiden Pole und durch denBeobachter geht. Man pflegt ihn in der mathematischen Geo-graphie auch den Breitenkreis des Beobachters zu nennen,weil durch ihn die geographische Breite, das heifst, die Ent-fernung des Beobachters von dem irdischen Aequator bestimmtwird. Alle Bewohner derselben Hälfte des Meridians zwischenden beiden Polen haben in demselben Augenblicke Mittag, sowie sie auch alle dieselbe geographische Länge haben; dieje-nigen aber, welche die andere Hälfte dieses Meridians bewoh-nen, haben Mitternacht , wenn jene Mittag haben, und umge-dreht, und ihre geographische Länge ist von jener in der er-sten Hälfte um 180 Grade verschieden. Aus diesem Grundesagt man, dafs die astronomischen Tafeln, die z. B. für dieZeit von Paris oder von Greenwich berechnet worden sind,für den Meridian von Paris oder von Greenwich verfafst seyen,weil diese Tafeln von allen denjenigen, die in demselben Me-ridiane von Paris oder Greenwich wohnen, ohne Aenderungder Zeit gebraucht werden können. ln der mathematischenGeographie nimmt man irgend einen dieser irdischen Meridianefür den ersten an und zählt dann die geographischen Längen