1S22
Meteorologie.
genstände der nähern Beachtung werden, die ungewöhnlichenund auffallenden dagegen wurden vom Einflüsse der Gestirneabgeleitet. Die Meteorologie machte einen Theil der Astrolo-gie aus, es gab eine eigene uästrologia meleorologica , undselbst die Vorausbestimmung der Witterung ging schon frühin die Calender über, worin sie den einmal errungenen Be-sitz bis auf die neuesten Zeiten sich erhalten hat 1 . Theo-phrastus Paracelsus (starb 1541) schrieb zwar ein eigenesBuch über die Meteore 2 , allein man kann leicht auf den Werthdes ganzen Inhalts schliefsen, wenn man berücksichtigt, dafser die Nebensonnen für ein messingnes Fabricat der Luftgei-ster und die Sternschnuppen für Excremente der Gestirne ausder Verdauung ihrer astralischen Speisen erklärt.
3) Erst mit Francis Bacon von Verulam (geh. 1560,gest. 1626) und Rene Descaiites (geb. 1596, gest. 1650) er-standen die Erfahrungswissenschaften nach 1500 Jahren aufsNeue, die Erfindung des Barometers gab den Untersuchungenüber die Atmosphäre eine sichere Grundlage, noch mehr aberwurde die Aufmerksamkeit der Beobachter durch die Anwen-dung dieses Werkzeuges zur Voraussagung der Witterung ge-reizt ; man machte Thermometer zum Messen der Tempera-tur und die sich verbreitenden Berichte der Reisenden veran-lafsten die Beachtung der klimatischen Unterschiede der ver-schiedenen Länder. Im Ganzen waren jedoch die Fortschrittegering, eine Folge davon, dafs man früher zu erklären suchte,als durch hinreichende Erfahrungen ein genügender Grund ge-legt war. Die Leistungen des Cartesius 3 sind daher sehrunbedeutend, dem Eifer der Accademia del Cimento fehltennoch die erforderlichen Apparate, und so dauerte die auffal-lende Mangelhaftigkeit fort bis zum 18* Jahrhunderte, als diezahlreichen Thatsachen, die der fleifsige Peter van Mus-schenrroek. aus eigenen und fremden Beobachtungen zusam-menstellte, für lange Zeit einen Anhaltpunct der künftigen For-schungen abgaben.