1848
Meteorologie.
vollkommnung aller physikalischen Apparate angelegen seynlälst, auch versicherte, die Barometer dürften nicht ausge-kocht, sondern müfsten blofs mit vorher zum Sieden erhitz-tem und noch warmem Quecksilber gefüllt werden, weil siesonst eine nachtheilige Capillarattraction zeigten. Einen Ver-such, wodurch er dieses zu beweisen sich zuvorkommend er-bot, konnte ich aus Mangel an Zeit nicht abwarten , gesteheaber, dafs ich nach eigenen , an vielleicht fünfzig Röhren ge-machten Erfahrungen nicht zur Ueberzeugung gebracht wurde.Bohnenbehgek hielt das Auskochen der Barometerröhren fürso nothwendig, dafs er der grofsen Schwierigkeiten ungeach-tet seine 14,5 Lin. weite Röhre auskochen liefs. Dülong 1wollte gefunden haben, dafs durch die blitze etwas Quecksil-ber oxydirt werde und dann das beigemessene Oxyd die Ca-pillardepression erzeuge, weswegen er vorschlug, das Sauer-stoifgas abzuhalten; allein Poggesdorff zog wegen der er-wähnten, durch Pistoh und Schiek. gemachten Erfahrungendiese Erklärung in Zweifel, die an sich nicht wahrscheinlichist. Unterdefs nahmen Schumacher und Bessel 2 wahr, da(sdie trefflichen Pistor’schen Barometer mit Röhren von 7 Lin.Weite zuerst Capillarattraction durch eine etwas concave Ober-fläche und nach dem Herauslassen von etwas Luft aus demTorricelli ’schen Raume eine ungewöhnlich starke Capillarde-pression zeigten 3 . Eine nähere Untersuchung dieser Thatsa-che führte zu dem leider gewissen und ebendaher höchst un-angenehmen Resultate, dafs die verschiedenen Glassorten eineungleiche Adhäsionskraft gegen das Quecksilber zeigen , wes-wegen allgemeine Formeln zur absolut genauen Correction derCapillardepression wohl aufser dem Bereiche der Möglichkeitliegen 4 . Man ist seitdem von selbst dahin übereingekommen,
1 Ans Nonvelle Thdorie de l’action capillaire par M. Poissoi» p.291. in Poggendorff Ann. XXVI. 455.
2 Astronomische Nachrichten 1832. N. 175. Daraus in Poggen-dorff Ann. XXVI. 455.
3 Ein vor einigen Jahren von mir verglichenes Pistor’ache* Rei-sebarometer zeigte eine schräge Oberfläche, offenbar in Folge unglei-cher Adhäsion des Quecksilbers an den Wandungen des Glases.
4 Ein ganz vorzügliches Gefäfsbarometer von Loos, welches ichseit 1811 stets beobachte und welches bei allen zahlreichen Verglei-chungen sich stets als ausnehmend genau bewährte, auch die vorhan-