1900
Meteorologie.
derselben dem Unterschiede der Temperatur proportional seynsoll. Diesem giebt er für dieselbe den Ausdruck
m’= m 7 Cos. 2 g>,
worin m die unter dem Aequator, m' die unter der Breite q>statt findende Aenderung des Barometers von 21 h bis 3 U , t diemittlere Temperatur an dem gegebenen Orte zu dieser Zeit,t* die unter dem Aequator (im Mittel = 30° C.) seyn soll.Inzwischen zeigen KAmtz und Forbes sehr überzeugend dasUngenügende dieses Ausdrucks, da hiernach die Schwankungverschwinden müfste, wenn t=0 wird, und für Temperatu-ren unter 0° C. negativ seyn würde. Der Gegensatz müfstesich demnach unter höhern Breiten schon in kalten Winternzeigen, wovon jedoch Kämtz in den Wintermonaten von 1829auf 1830 keine Spur wahrnahm.
41) Bei weitem die gründlichsten Untersuchungen überdie Ursachen dieser periodischen Oscillationen hat Dovk 1 an-gestellt und dabei die zu Apenrade 10mal des Tages gemach-ten einjährigen Beobachtungen des Barometers, Thermometersund Hygrometers zum Grunde gelegt. Nach seiner ins Kurzegefafsten Ansicht ist der Druck auf das Quecksilber im Baro-meter ein zusammengesetzter aus dem der trocknen Luit unddes Wasserdampfes; bei steigender Wärme vermindert sich dieDichtigkeit der Luft, die Verdampfung steigt dagegen, beideAenderungen wirken einander entgegen, und man mufs siedaher von einander getrennt betrachten , um zu dem Resultatezu gelangen, dafs ein Uebergewicht der einen Wirkung überdie andere vorhanden und der Zeit sowohl als auch der Grö-fse nach den Beobachtungen angemessen sey. Durch eine ele-gante Berechnung beider Ursachen gelangt man allerdings zueinem der Erfahrung nahe kommenden Resultate, allein be-deutende Gegengründe scheinen dennoch zu hindern, dieseHypothese für genügend zu halten.
1) Ein Hauptargument liegt in der Vorstellung, die wiruns von der Wirkungsart dieser Ursachen bilden. Allerdingsvermindert die Temperatur-Erhöhung die Dichtigkeit der Luft,sie erhöht aber um ebensoviel ihre Elasticität, wenn nicht zu-gleich ein Abiliefsen derselben statt findet, und dieses läfst sich
1 Poggendorff Ann. XXII. 219.