1933
Meteorologie.
haltenden Beobachtungen gefundenen, gleichfalls für die Ca-pillarität corrigirten und auf 0° C. reducirten Mittel von337,55965 par. Linien, so ergiebt sich ein Unterschied von0,9'2'2i3 par. Linien, welcher schwerlich gröfser ist, als diegewöhnlichen Differenzen der jährlichen mittleren Barometer-stände zu seyn pflegen.
61 ) Ehe ich die hier mitgetheilten mittleren Barometer-stände übersichtlich nebeneinander stelle, mufs erst noch dieFrage zur Untersuchung kommen, ob sich die Grade der Län-ge für diese Gröfsen als bedingend zeigen. Wird hierunterblofs verstanden , ob an Orten von ungleicher Länge aber glei-cher Breite verschiedene mittlere Barometerstände statt finden,so unterliegt ihre Bejahung keinem Zweifel, denn dieses gehtaus vielen der mitgetheilten Gröfsen unverkennbar hervor.;bezieht sich’aber die Aufgabe darauf, ob unter gewissen Län-gengraden die mit den Breitengraden sich ändernden Barome-terhöhen regelmäfsige, aber verschiedene Gesetze befolgen, aodafs sich regelmäfsig gekrümmte, die Parallelen schneidende,isobarische 1 Linien (für gleiche mittlere Barometerstände)entwerfen liefsen, dann wird die Antwort ungleich schwieri-ger. Ehman 2 nimmt hauptsächlich nach seinen eigenen Beob-achtungen vier solche Meridiane an, indem er den azorischen,den Cap - Verdischen, den Sitka -Panamischen und den Ochotzk-Kamtschatkischen unterscheidet, von denen dann der erste dermeizonobarische, der letzte der meionobarische seyn soll. Essind hierfür allerdings bedeutende Gründe vorhanden, und mankann nicht in Abrede stellen, dafs Er.iian die verschiede-nen Barometerstände hiernach ziemlich unter einander harmo-nirend geordnet hat. Inzwischen bringt Scnouw gewichtigeEinwendungen hiergegen vor, worunter wohl am bedeutend-sten ist, dafs der Azorische und der Cap - Verdische einanderzu nahe liegen,, die beiden letzteren Meridiane aber nach zukurz dauernden Beobachtungen unterschieden werden. Einvorzüglicher Einwurf scheint mir aufserdem in Wra.ngel’sBeobachtungen enthalten zu seyn, da diese in den Ochotzki-sclien Meridian fallen und die mittlere Barometerhöhe ungleichgröfser angeben , als sie in Ochotzk und der Umgegend ge-
1 Eigentlich sollten diese iiobarometrische heifsen. Vergl. §.77,
2 Poggendorlf Ami. XXIII. 134 II.