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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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1952

Meteorologie.

sehenden Winde hierbei am meisten bedingend sind, für derenWechsel noch kein allgemeines Gesetz aufgefunden worden ist,weswegen auch nasse und trockne, kalte und warme Jahreund Jahreszeiten regellos folgen, wird es uns vorerst nochunmöglich bleiben , allgemeine Gesetze für die unregelmäßigenOscillationen aufzufinden , aus denen sich der Gang der Wit-terung im voraus bestimmen Iiefse, und wir müssen uns vor derHand begnügen , aus den vorhandenen Thatsachen diejenigenpartiellen Regeln aufzulinden, die sich als herrschend erken-nen lassen.

71 ) Vor allen Dingen hat L. v. Büch 1 2 ein Gesetz, wel-ches schon v. Humboldt 2 aus den Beobachtungen von Bous -Singault zu Sta. F4 de Bogota folgerte, aus einer Reihe vonBarometerständen unter verschiedenen Graden der Breite undder Länge als ein allgemeines begründet, dafs nämlich dieBarometerstände regelmäfsig vom Winter zum Sommer abneh-men. Der hiernach statt findende Unterschied der monatli-chen Mittel ist am gröfsten in der tropischen Zone und ver-schwindet nicht allmälig, sondern plötzlich, wodurch sich dannder Anfang der temperirten Zone kenntlich macht. Hiernachsetzt er zwischen die tropische und temperirte Zone eine mitt-lere, von ihm subtropische genannt, deren Grenze gegen denAequator hin das Aufhören der tropischen Regen, gegen diePole das Verschwinden des Unterschieds der mittleren Baro-meterstände zwischen Winter und Sommer bezeichnet. Diesesgiebt für die nördliche Halbkugel etwa den !20sten und den32sten Grad N. B., also gerade denjenigen District, welchemder Dattelbaum zugehört, indem dieser beide Grenzen nichtüberschreitet; für die südliche Hemisphäre annähernd den23sten und 34sten Grad S. B., was jedoch aus Mangel angenügenden Beobachtungen nicht so genau bestimmbar ist.Kämtz 3 verfolgt diese Ansicht weiter und zeigt, dafs die demEinflüsse der Sonnenstrahlen mehr ausgesetzte und daher stär-ker erwärmte Luftmasse sich heben und somit abfliefsen müsse.Merkwürdig bleibt es allerdings, dafs eine gewisse nach denJahreszeiten wechselnde Periodicität der mittleren Barometer-

1 Poggendorff Ann. XV. 355.

2 Relation historiqiie T. X. p. 448.

3 Meteorologie. Th. II. S. 297.